Zuerst vielen Dank für die zahlreichen Aufmunterungen. In der Zwischenzeit hat sich der ganz grosse Frust verzogen und ich bin froh mit ein paar Schürfungen und blauen Flecken mehr, bereits wieder unterwegs zu sein. Soeben hat es mich fast auf den Socken gehauen als mich der Verursacher des Sturzes angerufen und sich in aller Form entuldigt hat. Ihm wünsche ich, er hat ein gebrochenes Schlüsselbein, an dieser Stelle nochmals gute besserung und eine baldige Rückkehr aufs Bike. Respekt, der Typ hat Stil und Format! Zur Frustbewältigung bin ich gestern mit einem Kumpel durchs Kandertal gebrettert. Irgendwie wurde aus einer geplanten lockeren Einheit eine knüppelharte Trainingseinheit. Einer hat angefangen und keiner wollte nachlassen. Rund 50km haben wir uns gegenseitig durch die Gegend gejagt. Hat richtig gut getan.
Achtung, fertig und aus…
Gestern stand ich also um 07:30 am Start des Dolomitisuperbike in Villabassa. Ausgeruht, frisch und voller Tatendrang. Der Start, mit über 30 Minuten Verspätung, der „Live-Helikopter“ hatte Verspätung, ging es mit dem üblichen Gerangel los. Ich erwischte eine ideale Gruppe und ab in die erste Steigung Richtung Plätzwiese. Meine Absicht war es, zuerst mal in dieser Gruppe, bestehend aus jüngeren Teilnehmern, über den ersten Berg kommen und dann mal schauen… Dank dem gleichmässigen und ruhigen Tempo gelang das bestens. Bei der Abfahrt von der Plätzwiese passierte es dann. Eine kleine Gruppe fuhr von hinten im Kamikaze-Stil auf unsere Gruppe auf, wir hatten diese drei kurz vor dem Bergpreis ein und überholt. Wer die Abfahrt von der Plätzwiese kennt, weiss wie schnell und heikel diese auf Grund der „steinigen“ Beschaffenheit ist. In einer der engen Kurve wollte einer unbedingt innen durch, brachte die beiden vor mir fahrenden Teilnehmer zu Fall, ich legte mich drauf und zwei weitere legten sich zu mir. Resultat: ein gebrochner Lenker, abgerissene Bremsschläuche, eine gebrochene Felge, drei mal platte Reifen, ein Schlüsselbeinbruch, diverse Schürfungen, eine schwere Hirnerschütterung und eben eine, meine, abgerissene Schaltung! Persönlich gab es bei mir nur ein aufgeschürfter Ellenbogen und diverse blaue Flecken. Die sich nach einem heftigen Wortgefecht anbahnende Prügelei zwischen betroffenen Italienern, Schweizern (ich) und den Verursachern aus Deutschland wurde von nachfolgenden Teilnehmern zum Glück unterbunden. Fazit: Fahrtechnik-Kurse in Deutschland müssten eigentlich boomen…
Verschiedene Welten…
Sommerzeit…
Aeschi, Montreux, Basel, Niesen und jetzt Toblach… Einige Stationen einer intensiven aber wunderschönen Sommer-Woche. Wie jedes Jahr besuchte ich das Montreux Jazz Festival. Ich hätte mir den Aufwand sparen können. Leider ist dieser Anlass nach 44 Jahren, zumindest momentan, eindeutig auf dem absteigenden Ast. Genauso wie gewisse Altstars der 80er Jahre welche versuchen die nachlassende stimmliche Performence mit (zu) viel Lautstärke zu „erschlagen“. Funktioniert aber definitiv nicht. Mehr dazu später unter www.evonallmen.ch
Den Niesen zähle ich zu meinen Hausbergen und bin jedes Jahr mehrere male oben. Wohlverstanden immer zu Fuss und das sind 1600hm verteilt auf 10,5km. Diese Woche hatte ich das Vergnügen den Niesen mit zwei Sportlerinnen zu Fuss zu erstürmen. Beide erbrachten eine Superleistung und blieben unter den bisherigen Bestzeiten! Gratulation ich habe grossen Respekt vor diesen Leistungen. Nach einer problemlosen Reise bin ich jetzt im Pustertal und bereite mich auf den Event vom Sonntag vor. Das Parkhotel Bellevue in Toblach ist dafür eine perfekte Basis.
Sportlich war es, aus Schweizer (Radsport) Sicht eine tolle Woche. Fabian Cancellara entwickelt sich zu einem „Patron“ bei der Tour de France. Souverän und beispielhaft seine Vorstellung, nicht nur im sportlichen Bereich. Die Schweizer Mountainbiker räumen bei der Europameisterschaft in Israel regelrecht ab. Titel und Medaillen im Multipack. Unser Nachwuchsarbeit bewährt sich weiterhin. Ja nicht nachlassen!!
Pfui!
Swiss- Olympics sollte sich schämen! Die Schuld für das Verbot zum befahren der „Grimmifurggi“ anlässlich des Gigathlon 2010, mehr oder weniger unverblümt den „uneinsichtigen Bergbauern im Diemtigtal“ in die Schuhe zu schieben finde ich unterste Schublade! Nicht die Bauern im Diemtigtal haben versagt, nein die Schuld liegt ganz allein bei Euch liebe Streckengurus von Swissolympics! Vielleicht wäre es angebracht zuerst mit den Landbesitzern zu reden als irgendwo irgendeine Bewilligung aufzutreiben. Zeit und Geld dazu hättet ihr ja genügend! Was mich auch wundert ist die „Blauäugige und lauwarme“Massnahme mit dem Verbot die Strecke vor dem Gigathlon zu befahren. Notabene erst zwei Wochen vor dem Event. Leute bereits im April gab es X Teilnehmer die die Strecke befahren wollten und es auch, teilweise im Schnee watend, gemacht haben. Das die Bergbauern Angst um Ihre Tiere haben, kann ich angesichts der teilweise rüden und rücksichtslosen Fahrweise meiner Sportkollegen nachvollziehen. Deren Motto: Platz da was ist schon eine Kuh oder Ziege, aber wehe wenn jemand meinem Carbon-Fully zu nahe kommt…
Seit Jahren bike ich im Diemtigtal. Noch nie wurde mir deswegen dort, auch nur im geringsten, Schwierigkeiten gemacht. Im Gegenteil stets war man freundlich und hilfsbereit. Ich schäme mich für Swissolympics und entschuldige mich bei den Bergbauern im Diemtigtal!


