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Beiträge aus der Kategorie ‘Gesundheit’

Kaum ein Tag vergeht…

 …ohne dass die Fitnessindustrie uns eine „Neuheit“ präsentiert-

CrossFit, Power-Yoga, Freeletics oder eben auch Functional Training: Die Fitnessindustrie verlangt ständig nach neuen Trainingsformen und Wortschöpfungen, um die Kundschaft bei Laune zu halten. Allen Trainingsangeboten gemeinsam ist, dass die Namen geschützt sind sie ein definiertes Programm vorgeben. Anbieter solchen Trainingsformen bezahlen Lizenzgebühren an die Rechteinhaber. (Na ja….)

Auch „Functional Training“ ist grundsätzlich ein geschützter Name, zumindest wenn es im Fitnesscenter angeboten wird. Er steht für eine sportartübergreifende Trainingsform, die sich durch komplexe Bewegungsabläufe auszeichnet, die mehrere Gelenke und Muskelgruppen gleichzeitig beanspruchen.

Funktionales Training hingegen ist kein geschützter Begriff, sondern im Zuge des kommerziellen Erfolges von „Functional Training“ ein Denkweise, die wieder vermehrt ins Bewusstsein von Sportlern und Coaches gerückt ist. Dort aber in den unterschiedlichsten Facetten und nicht mit vorgegebenen Definitionen.

WAS BEDEUTET FUNKTIONELL?

Funktionelles Training bedeutet nichts anderes, als dass Sportler ihr Training spezifisch auf ihre Sportart ausrichten und vorwiegend Dinge tun, die sie in eben dieser Sportart weiterbringen. Ganz banal übersetzt bedeutet funktionell schlicht zweckorientiert. Ein Radfahrer fährt Rad oder kräftigt und dehnt Muskelgruppen, die er fürs Radfahren braucht, ein Schwimmer und Läufer ebenso. Ein Sprinter trainiert Schnellkraft, Explosivität und Technik, ein Marathonläufer Ausdauer, seine Fussmuskeln und Long Jogs. Und obwohl für einen Marathon ein leistungsfähiges Herz-Kreislauf-System gefragt ist, käme es niemanden in den Sinn, dieses im Vorfeld eines Wettkampfes ausschliesslich auf dem Rad zu trainieren.

Der trendige Begriff ist wohl nicht zuletzt auch wegen einem Versäumnis wieder vermehrt in den Fokus der Trainingsanbieter gerückt. Denn im Zuge des Ausdauersportbooms und gleichzeitiger Individualisierung sind viele Sportler erschreckend einseitig unterwegs. Die meisten gehen zwar gerne und regelmässig im Dauermodus laufen, schwimmen oder radfahren und trainieren so ihre Herz-Kreislaufsystem, aber die übrigen Konditionsfaktoren wie Kraft, Beweglichkeit, Koordination und auch Schnelligkeit werden oft sträflich vernachlässigt. Alles Dinge, die früher im Verein von Coaches ins Training integriert wurden, von Einzelsportlern aber alleine kaum praktiziert werden.

WANN IST EINE ÜBUNG FUNKTIONELL?

Vor allem im Breitensport sollte das oberste Ziel nicht zwingend eine neue Bestzeit sein, sondern die Förderung einer Vielseitigkeit, das Fundament einer guten Leistung darstellt und gleichzeitig langfristig für ein bewegtes Leben mit möglichst wenigen Beschwerden sorgt.

Funktionell kann daher ganz simpel auch bedeuten, dass Bewegungsformen ausgeübt werden, die für den individuellen Alltag und Anspruch zweckmässig sind. Ein funktionelles Training der Sturzprophylaxe für Senioren und ein funktionelles Training für einen Speerwerfer sind zwei komplett unterschiedliche Angelegenheiten. Und ein Handwerker muss vielleicht spezifisch seine Rumpf- und Rückenmuskulatur pflegen, um den Belastungen im Alltag standhalten zu können.

Auf den Hobbysport übertragen stehen bei einem funktionellen Training die grundlegenden Bewegungsmuster des Menschen im Vordergrund. Diese sind nicht neu, gingen aber im Laufe der Jahre verloren und je länger desto mehr müssen sie spezifisch wieder reaktiviert und gepflegt werden. Rollen, Kriechen, Stützen, Ziehen, Stossen, Springen, Bücken, Heben, Hangeln, Hocken und Aufstehen sowie Drehbewegungen – dies alles sind Bewegungsformen, die den Menschen prägen oder als Kind geprägt haben. Wer sich wieder vermehrt wie ein Kind auf einem Spielplatz bewegt (wann hast du das letzte Mal einen Purzelbaum geschlagen oder einen Kopfstand gemacht?) oder auf einem Vitaparcours die vorgegebenen Übungen ausführt, absolviert in vielerlei Hinsicht automatisch ein funktionelles Training.

MAN MUSS ES EINFACH TUN

Ambitionierte Hobbysportler interessieren dabei natürlich vor allem Übungen, die sie spezifisch in ihrer Sportart weiterbringen und/oder schneller machen. Laufsportler sollten daher ihre Fuss- und Rumpfmuskulatur stärken, Langläufer ihre Rumpf- und Schulterbeweglichkeit verbessern und Radfahrer ihre hinteren Oberschenkelmuskeln dehnen sowie Rücken-, Nacken- und Schultermuskeln stärken. Und zwar bevor etwas zu schmerzen beginnt.

Das Zauberwort lautet nicht funktionelles Training, sondern Vielseitigkeit!!!! Trügerisch dabei ist der Umstand, dass eine ganze Weile lang mehr Dauertraining in einer Sportart automatisch auch für bessere Leistungen sorgt und die Vielseitigkeit ihre Stärke in erster Linie im Hintergrund als Verletzungsprophylaxe ausspielt und nur bedingt direkt für eine Leistungssteigerung sorgt. Und leider ist es auch nicht so, dass man bei der Ausübung einer Sportart automatisch alle beteiligten Gelenke, Muskeln und Sehnen fördert, wenn diese gefordert werden. Die Belastbarkeit muss mit einem gut durchdachten und eben „funktionellen“ Training zuerst ermöglicht werden.

Hobbysportler sollten sich daher in ihrem Bewegungsalltag nicht nur überlegen, was sie gerne und daher automatisch regelmässig machen, sondern vor allem auch, was sie vernachlässigen, aber eigentlich für ihre Sportart und Gesundheit gut wäre. In diesem Sinne eine persönliche Aufforderung. Ersetze in den nächsten Monaten eines deiner wöchentlichen Trainings mit einem vielseitigen Kraft-, Koordinations- und Gymnastikprogramm von gleicher Länge wie das Ausdauertraining. Der Zeitpunkt dafür ist am Ende einer Sportsaison und zu Beginn einer Übergangsphase ideal. Und zieh nach diesen Monaten ein Fazit, wie sich die Umstellung auf das Befinden ausgewirkt hat. Wetten, dass die positiven Aspekte überwiegen?

 

Ein Jahr leben… (Teil 3)

Nach dem durchzogenen „Erfolg“ beim Nationalpark Bikemarathon hatte ich drei Optionen. Vermutlich wären es noch mehr oder andere Zusammensetzungen. Mir reichten die drei.

Die erste: Alles ist wieder gut, weiter so. Besser wird s kaum, aber das ist ok und passt schon. Die zweite: Ich bin nicht beim Optimum da geht auch mit bald 70 noch was… Die dritte: Ich lasse es, priorisiere andere Hobbys und bewege mich nur noch im Gesundheitsbereich. (sehr beliebt bei Senioren)…

Wer mich kennt weiss dass ich die dritte Variante schnell gestrichen habe. Zwischen der ersten und der zweiten Variante habe ich lange überlegt, die Vor- und Nachteile beider Varianten abgewogen und auch die bestehende persönliche Ausgangslage, Stand Herbst 2018, analysiert. Fazit: Die Option 1 ist die richtige ich riskiere trotzdem die Option 2 und beginne gleicht damit. Ausschlaggebend war ein Newsletter eines MTB- Events im Sommer 2019. Ich schaute mir auf der Website die Strecke, Informationen zum Event und Ergebnisse in meiner Kategorie an. Tja dann stand da eine Name auf einem Podestplatz mit Jahrgang 1948! … 🙂

Planen ist ja immer sehr einfach. Vor allem dann wenn die Saison noch weit weg ist. Aktuell ist das bei vielen Hobby-Profis gerade wieder sehr aktuell. Da werden Pläne geschmiedet dass es nur so kracht. Weit weg von jeder Realität und vom tatsächlichen Leistungsvermögen. Handeln war angesagt. Aktiv unterstützt von meinem Umfeld verabschiedete ich mich am 10.09. für mehrere Wochen in den Süden der Schweiz und dem Norden Italiens. Bestes Wetter, hervorragende Trainings- Bedingungen und volle Konzentration aufs Training. Kurz gesagt ich trainierte und trainiere professionell nach Plan zwischen 13 und 18 Wochenstunden. Trainiert wird nicht einfach nur Radfahren sondern zusätzlich sehr viel Athletik, laufen und Beweglichkeit. Dazu die passende Ernährung. Die Ergebnisse sind erstaunlich. Mein Problemknie ist kein Problem mehr und hat die volle Beweglichkeit zurück. Der Ausdauerbereich war ok, jetzt ist er gut (v2o max 31.9). Im Kraftbereich habe ich zwischen 7- 11% zugelegt. Mein BMI um 2.1 Punkte verbessert usw…

Ganz wichtig ist mir der mentale Bereich. Abschalten, Ruhe inkl. viel schlafen bringen mir extrem viel. Ich habe mir auch angewöhnt eine fixe Stundenzahl pro Tag zu arbeiten und nicht mehr „bis alles erledigt ist“. Es darf auch mal was liegen bleiben…

Fazit: Kann ich es so durchziehen, bleibe von Verletzungen verschont und gesund wird es funktionieren. Die Top 5 sind das Minimal- Ziel!

 

 

Ein Jahr leben…

…mit einer Knie- Prothese. (Teil1). Am 19. Oktober 208 wurde mein rechtes Knie auf Grund der Diagnose: (Zitat) das Knie, rechts, weist eine totale und komplexe Beschädigung usw. usw… operiert. Die OP verlief schmerzhaft aber ohne Komplikationen. Ebenso die erste Phase der REHA auch. Ich nachhinein musste ich feststellen das ich fast zu vorsichtig zu Werk gegangen war. Bereits im November begann ich wieder mit „gehen“ ab Dezember dann ohne Stöcke. Am 23. November kam ein erster, missglückter, Versuch auf dem Ergometer dazu. Ich konnte aber die nötige Biegung des Knies’s nicht vollziehen. Erst ab Mitte Dezember konnte ich mit Indoor- Cycling beginnen. Tag täglich sass ich entweder auf dem Ergometer, in der REHA oder im Kraftraum. Für mich eine schwierige Zeit mit vielen Tiefs’s und kaum Hoch’s. Am 11. Januar war es soweit. An einem schönen Donnerstag sass ich zum ersten Mal wieder auf einem richtigen Rad. Na ja fast. Es war zwar ein E-Bike aber ein Bike! Herzlichen Dank an Rolf Egli!! Auch wenn das Ergebnis ernüchternd war, die 12km waren mit die schönsten in diesem Jahr. Am 29. Januar umrundete ich zum ersten Mal den Thunersee. Zwar noch mit dem E-Bike und schon bald auch wieder mit dem normalen Bike. Es folgte gleich das nächste Tief mit einer Erkältung. Wintereinbruch, Kälte, Schmerzen, Depressionen kaum Fortschritte (ausser beim Gewicht das unaufhaltsam in die Höhe schnellte) waren zuviel für mich. Ich drückte also den Reset- Knopf und begann von vorne. Zurück auf den Ergometer und in den Kraftraum. nach 10 Tagen erneut ein Versuch mit dem Bike. Es war die nächste Pleite. Abbruch und Pause. Mein Sohn hatte mich zu einer USA- Reise eingeladen und das war genau der richtige Zeitpunkt dazu. Bei dieser Reise konnte ich richtig Abstand gewinnen und mein Knie, nicht nur, konnte sich richtig erholen.  Im April war ich zurück, zwar mit neuem Rekord- Gewicht (Bier und Burger’s sei Dank 🙂 aber einigermassen erholt zumindest im Kopf. Zum dritten mal Reset und Neustart… (Fortsetzung folgt).

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