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Beiträge aus der Kategorie ‘Laufen’

Tag 62 …

Ruhetag nachgeholt. Na ja fast… Trotz viel Arbeit hatte ich am Abend Lust aufs laufen. Gesagt getan: dafür gab es gleich eine neue Bestzeit auf meiner Trainingsstrecke im Suldtal. Das überraschte mich schon zumal ich mich vor Wochenfrist beim laufen noch unendlich schwer tat. #HokaOnON

Tag 63 …

Eigentlich wollte ich heute einen Ruhetag einschieben. Plan verworfen, die Gelegenheit gepackt und fast 2 Stunden durchs Gelänge gezogen. Hat Spass gemacht und vor allem eines GA-Training pur. Selbstverständlich vieles erledigt, wichtiges und weniger wichtiges aber mit dem Blick auf die kommenden Wochen wieder Freiraum für lange Trainings geschaffen. Die Moral stimmt.

Tag 64 …

Heute verlief mein Tag relativ hektisch. Am frühen Morgen erst mal ein ausgedehntes Kraftcircuit- Training. Nicht gerade die lockere Art einen Tag zu beginnen. Aber es war ein sehr gutes Training und ich konnte gut und fokussiert arbeiten. Anschliessend gab es noch ein kurzes Training auf dem Bike und zu guter letzt versuchte ich meinen „geschundenen“ Körper mit ausgiebigen Stretching wieder Schwung zu bekommen. Es gelang zumindest Teilweise…

Tag 65 …

Heute war ich laufen. Nicht (nur) weil mir das Spass macht, nein es war wegen dem erneuten Wintereinbruch, sprich Wetter… Seit dem letzten Herbst war ich nie mehr im Suldtal. Im Winter gibt es dort zwar eine ausgezeichnete LL- Loipe aber diese gehört nicht unbedingt zu meinen Favoriten, Gründe gibt es einige und im Winter bringt mich keiner in diesen „Schattenloch“ Auf jeden Fall bin ich froh, trotz den widrigen Umständen, mein Training korrekt durchgezogen zu haben.

Kaum ein Tag vergeht…

 …ohne dass die Fitnessindustrie uns eine „Neuheit“ präsentiert-

CrossFit, Power-Yoga, Freeletics oder eben auch Functional Training: Die Fitnessindustrie verlangt ständig nach neuen Trainingsformen und Wortschöpfungen, um die Kundschaft bei Laune zu halten. Allen Trainingsangeboten gemeinsam ist, dass die Namen geschützt sind sie ein definiertes Programm vorgeben. Anbieter solchen Trainingsformen bezahlen Lizenzgebühren an die Rechteinhaber. (Na ja….)

Auch „Functional Training“ ist grundsätzlich ein geschützter Name, zumindest wenn es im Fitnesscenter angeboten wird. Er steht für eine sportartübergreifende Trainingsform, die sich durch komplexe Bewegungsabläufe auszeichnet, die mehrere Gelenke und Muskelgruppen gleichzeitig beanspruchen.

Funktionales Training hingegen ist kein geschützter Begriff, sondern im Zuge des kommerziellen Erfolges von „Functional Training“ ein Denkweise, die wieder vermehrt ins Bewusstsein von Sportlern und Coaches gerückt ist. Dort aber in den unterschiedlichsten Facetten und nicht mit vorgegebenen Definitionen.

WAS BEDEUTET FUNKTIONELL?

Funktionelles Training bedeutet nichts anderes, als dass Sportler ihr Training spezifisch auf ihre Sportart ausrichten und vorwiegend Dinge tun, die sie in eben dieser Sportart weiterbringen. Ganz banal übersetzt bedeutet funktionell schlicht zweckorientiert. Ein Radfahrer fährt Rad oder kräftigt und dehnt Muskelgruppen, die er fürs Radfahren braucht, ein Schwimmer und Läufer ebenso. Ein Sprinter trainiert Schnellkraft, Explosivität und Technik, ein Marathonläufer Ausdauer, seine Fussmuskeln und Long Jogs. Und obwohl für einen Marathon ein leistungsfähiges Herz-Kreislauf-System gefragt ist, käme es niemanden in den Sinn, dieses im Vorfeld eines Wettkampfes ausschliesslich auf dem Rad zu trainieren.

Der trendige Begriff ist wohl nicht zuletzt auch wegen einem Versäumnis wieder vermehrt in den Fokus der Trainingsanbieter gerückt. Denn im Zuge des Ausdauersportbooms und gleichzeitiger Individualisierung sind viele Sportler erschreckend einseitig unterwegs. Die meisten gehen zwar gerne und regelmässig im Dauermodus laufen, schwimmen oder radfahren und trainieren so ihre Herz-Kreislaufsystem, aber die übrigen Konditionsfaktoren wie Kraft, Beweglichkeit, Koordination und auch Schnelligkeit werden oft sträflich vernachlässigt. Alles Dinge, die früher im Verein von Coaches ins Training integriert wurden, von Einzelsportlern aber alleine kaum praktiziert werden.

WANN IST EINE ÜBUNG FUNKTIONELL?

Vor allem im Breitensport sollte das oberste Ziel nicht zwingend eine neue Bestzeit sein, sondern die Förderung einer Vielseitigkeit, das Fundament einer guten Leistung darstellt und gleichzeitig langfristig für ein bewegtes Leben mit möglichst wenigen Beschwerden sorgt.

Funktionell kann daher ganz simpel auch bedeuten, dass Bewegungsformen ausgeübt werden, die für den individuellen Alltag und Anspruch zweckmässig sind. Ein funktionelles Training der Sturzprophylaxe für Senioren und ein funktionelles Training für einen Speerwerfer sind zwei komplett unterschiedliche Angelegenheiten. Und ein Handwerker muss vielleicht spezifisch seine Rumpf- und Rückenmuskulatur pflegen, um den Belastungen im Alltag standhalten zu können.

Auf den Hobbysport übertragen stehen bei einem funktionellen Training die grundlegenden Bewegungsmuster des Menschen im Vordergrund. Diese sind nicht neu, gingen aber im Laufe der Jahre verloren und je länger desto mehr müssen sie spezifisch wieder reaktiviert und gepflegt werden. Rollen, Kriechen, Stützen, Ziehen, Stossen, Springen, Bücken, Heben, Hangeln, Hocken und Aufstehen sowie Drehbewegungen – dies alles sind Bewegungsformen, die den Menschen prägen oder als Kind geprägt haben. Wer sich wieder vermehrt wie ein Kind auf einem Spielplatz bewegt (wann hast du das letzte Mal einen Purzelbaum geschlagen oder einen Kopfstand gemacht?) oder auf einem Vitaparcours die vorgegebenen Übungen ausführt, absolviert in vielerlei Hinsicht automatisch ein funktionelles Training.

MAN MUSS ES EINFACH TUN

Ambitionierte Hobbysportler interessieren dabei natürlich vor allem Übungen, die sie spezifisch in ihrer Sportart weiterbringen und/oder schneller machen. Laufsportler sollten daher ihre Fuss- und Rumpfmuskulatur stärken, Langläufer ihre Rumpf- und Schulterbeweglichkeit verbessern und Radfahrer ihre hinteren Oberschenkelmuskeln dehnen sowie Rücken-, Nacken- und Schultermuskeln stärken. Und zwar bevor etwas zu schmerzen beginnt.

Das Zauberwort lautet nicht funktionelles Training, sondern Vielseitigkeit!!!! Trügerisch dabei ist der Umstand, dass eine ganze Weile lang mehr Dauertraining in einer Sportart automatisch auch für bessere Leistungen sorgt und die Vielseitigkeit ihre Stärke in erster Linie im Hintergrund als Verletzungsprophylaxe ausspielt und nur bedingt direkt für eine Leistungssteigerung sorgt. Und leider ist es auch nicht so, dass man bei der Ausübung einer Sportart automatisch alle beteiligten Gelenke, Muskeln und Sehnen fördert, wenn diese gefordert werden. Die Belastbarkeit muss mit einem gut durchdachten und eben „funktionellen“ Training zuerst ermöglicht werden.

Hobbysportler sollten sich daher in ihrem Bewegungsalltag nicht nur überlegen, was sie gerne und daher automatisch regelmässig machen, sondern vor allem auch, was sie vernachlässigen, aber eigentlich für ihre Sportart und Gesundheit gut wäre. In diesem Sinne eine persönliche Aufforderung. Ersetze in den nächsten Monaten eines deiner wöchentlichen Trainings mit einem vielseitigen Kraft-, Koordinations- und Gymnastikprogramm von gleicher Länge wie das Ausdauertraining. Der Zeitpunkt dafür ist am Ende einer Sportsaison und zu Beginn einer Übergangsphase ideal. Und zieh nach diesen Monaten ein Fazit, wie sich die Umstellung auf das Befinden ausgewirkt hat. Wetten, dass die positiven Aspekte überwiegen?

 

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