„Merci viu mau“… (oder einmal Himalaya und zurück)

2013-02-03 16.02.53…heisst übersetzt Danke vielmals und ist typisch Berndeutsche Mundart. Nein, für mich ist es etwas mehr. Danke’s sage ich jeden Tag im Dutzend und plus minus bei jeder sich anbietenden Gelegenheit. (Irgendwann genoss man ja so etwas wie Erziehung) Ein „Merci viu mau“ kommt, zumindest bei mir, immer dann wenn ich mich ausserordentlich freue oder mich irgendwas besonders berührt. Das ist nicht selten, aber bestimmt weniger als die üblichen „Dankes“ im Laufe eines Tages.

Gestern war ein „Merci viu mau“ fällig, als ich, verpackt in eine Email, den nachfolgenden Erlebnisbericht von Daniel Simon zugestellt bekam. Zu Daniel kann ich nur sagen: Ein Mann wie ein Fels, witzig, humorvoll, interessiert, geerdet und steht mit beiden Füssen, wenn er nicht gerade Schneeschuhlaufen muss ;-), fest auf dem Boden, respektive im Leben. Danke Daniel!

______________________________________________________________________________________________________________

Einmal Himalaya und zurück

Ein Erlebnisbericht von Daniel Simon                                     Thun, 4. Februar 2013

Hallo werte Leserschaft

Twitter[1] ist ein Online- Social-Networking- und Microblogging- Dienst. Dieses Portal nutze ich seit gut zwei Jahren. Hier lernte ich unter anderem Erich kennen.

Es muss im Dezember 12 gewesen sein, als mich Erich spontan zu einer Schneeschuhwanderung einlud. In seiner E-Mail sind mir zwei Aussagen sofort ins Auge gestochen:

  1. 1.     „Es gibt keinen besseren Grund als die Freude es zu tun…“
  2. 2.     „Du wirst gefordert aber NICHT überfordert. Der Genuss steht an erster Stelle.“

Als ich diese Zeilen so lass, entwischte mir ein lautes „HA!“ – wenn der wüsste. Ich und Sport. Erstens: ich mag den Winter nicht sonderlich. Geschweige denn Wintersport. Zweitens: Kommt hinzu, dass wir uns noch gar nie begegnet sind. D.h. Erich wusste weder, wie es um meine körperliche Fitness[2] stand, noch dass ich das eine oder andere Kilo zu viel auf den Hüften trage.

Ich entschied, eine Nacht darüber zu schlafen. In Gedanken versuchte ich schon eine nette Absage zu verfassen. Ich muss jedoch gestehen, dass mir die zwei Mottos einfach nicht aus dem Kopf entschwinden wollen. So sagte ich diesem Unterfangen zu ohne zu wissen, was mich denn erwartet. „Mit einem fremden Mann in der Wildnis im Schnee herumzulaufen, tsts…geits de no?“

Schneeschuhlaufen – die gesamte Ausrüstung für die Tour würde mir Erich zur Verfügung stellen. Das ist ein toller Service, aber ich habe ja gar keine richtigen Schuhe und Hosen für ein solches Abenteuer. Also besorgte ich mir geeignete Utensilien.

Am Samstag, 26. Januar 13 trafen wir uns um 09:00 Uhr am Bahnhof Spiez. Leicht nervös harrte ich der Dinge die da kommen sollten. Nachdem wir uns freundlich begrüsst hatten, ging es los Richtung Interlaken. Das Ziel war die Lombachalp. Bei der Abfahrt in Spiez zeigte das Thermometer minus 11 Grad an.

Nach einer gemütlichen Fahrt erreichten wir problemlos das Ziel. Bei der Hinfahrt wurde mir sofort klar, der Erich weiss von was er spricht und was er sagt, hat Hand und Fuss. Wäre ich auf Facebook aktiv, würde ich hier ein „gefällt mir“ klicken. Die enge und kurvige Fahrt meisterte der Subaru ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Ohne Ketten oder 4×4 ist die Fahrt auf die Lombachalp nämlich verboten.

Beim Parkplatz angekommen, war die Aussicht schon atemberaubend. Doch bevor wir uns auf die Tour begaben, stärkten wir uns bei einer warmen Tasse Kaffee im schlichten, aber liebevoll ausgestatteten Bergrestaurant.

Mit leicht erhöhtem Puls (ich) vor lauter Aufregung, starteten wir in voller Montur die Tour. Zu Beginn war es gar nicht so einfach, mit den „Dingern“ an den Füssen zu laufen. Mit der Zeit jedoch vergass ich, dass ich professionelle Hilfsmittel an den Schuhen hatte.

Schritt um Schritt marschierten wir gemütlich den Hang hinauf. Vor uns 200 Höhenmeter die Bezwungen werden wollten. Leise fragte ich mich, wie denn eine solche Anstrengung Spass machen kann…item, ich liess mir nichts anmerken. Schon bald aber genoss ich die Ruhe und das meditative Knarren des Schnees unter unseren Füssen. Einzig die Kampfjets am Himmel wegen dem WEF in Davos störten die schon fast himmlische Ruhe.

Es war herrlich, atemberaubend und umwerfend als wir oben auf meinem privaten Himalaya angekommen sind. Die Aussicht auf die Berner-Alpen, den Thunersee und im Hintergrund der Niesen – einfach unbeschreiblich schön. Keine Wolke am Himmel, weit und breit kein Mensch zu sehen. Einmalig.

Die Anstrengung für mich als „Bürolisten“ hat sich gelohnt. Erich verstand es, das für mich geeignete und gleichmässige Tempo anzuschlagen. Dass er Sportcoach und Trainer von Profisportlern war erfuhr ich erst später wieder im Restaurant. Aber die Art und Weise wie er es verstand, mich zu motivieren und anzuleiten, beeindruckten mich schon seit dem Erhalt seines E-Mails. Nach einer gemütlichen Pause mit bezaubernder Aussicht auf die Bergwelt, nahmen wir den Abstieg unter die Füsse. Die Sonne erwärmte nun spürbar die Luft und den Schnee, die uns umgab.

Die ganze Tour dauerte ca. 240 Minuten. Wieder am Parkplatz angekommen empfand ich es als schade, dass diese Tour schon zu Ende war. Die Zeit ohne Natel und Uhr am Handgelenk habe ich sehr genossen. Ich hätte und das ist kein Witz, noch gut und gerne weiter marschieren können.

Zum Erstaunen fühlte ich mich nach einer solchen Tour erholt und glücklich. Nach anfänglicher Skepsis bin ich sehr froh und ein wenig stolz, dieses kleine Abenteuer mit Total 400 bezwungener Höhenmeter eingegangen zu sein. Übrigens, nicht mal Muskelkater hatte ich am nächsten Tag. Ein gutes Zeichen, um weiterzumachen. Diesen Bericht möchte ich mit den Worten von Erich beenden:  „Es gibt keinen besseren Grund als die Freude es zu tun…“ …wie Recht er doch hat.

Der Autor ist zweifacher Familienvater, YB Fan und Diabetiker (Typ 2), von Beruf Pfarrer und einer grossen Lust am Leben. Follow me on Twitter: @drPfarrer


[2] Seit 2012 begeisterter Viel-Flyerfahrer.

________________________________________________________________________________________________________________

Passt…

Gestern habe ich das relativ milde Wetter genutzt und bin, auf Anweisung von „Benoit“ meinem Trainer,  heftig in die (Bike) Pedale getreten. 2 Stunden (fast) Vollgas auf meiner Testroute und öfters mal im „gelben“ bis hin zum roten Bereich. Ich konnte zwar alle Vorgaben von „Benoit“ erfüllen, war aber nach den 2 Stunden völlig geschafft. Das abschliessende kurze Krafttraining absolvierte ich zwar ohne Probleme aber mit grosser Vorfreude auf mein Bett. Heute dann die Überraschung. Völlig frisch, keinerlei Beschwerden und vor allem keine Müdigkeit in den Knochen. Erwartet hatte ich das genaue Gegenteil. Fazit: wenn ich die Vorgaben und Planung von Benoit umsetzen kann wird es ein toller Sommer. Noch 125 Tage…

Wintersport….

2013-01-26 11.20.32In den vergangenen 10 Tagen hatte uns Väterchen Frost gut im Griff. Die anhaltende Temperaturen im, teilweise im zweistelligen Bereich, liessen keinen geregeltes Radsporttraining zu. Also ausweichen auf die Wintersportdisziplinen. Zum Glück gibt es in nächster Nähe zahllose Möglichkeiten zum Touren und laufen. Mein absoluter Favorit ist eine Alp in der Nähe von Interlaken. Einsam auf 1600m  gelegen, schwierig zu erreichen (Allradfahrzeug von Vorteil), meistens wenig besucht und grenzenlos schön. Eine tolle Loipe und zahlreiche Schneeschuh- und Tourenrouten stehen zur Verfügung. Also Geländegang einschalten und hoch auf die Alp. (Egoistisch wie ich es nun mal bin verrate ich den Namen nicht sonst ist es bald vorbei mit der Einsamkeit 😉 Fazit GA-Training im Schnee und die Intensiven Einheiten Indoor auf der Rolle oder dem Ergo. Heute Vormittag noch Schneefall, am Nachmittag bereits Sonne  und am Mittwoch Temperaturen im zweistelligen Bereich lassen auf ein Radsport-Comeback hoffen denn in 128 Tagen geht es los…

 

Januarloch…

In den letzten Tagen wurde ich immer wieder auf das Theme „Lance Armstrong“ angesprochen. Ich habe dazu folgende Aussage gemacht:

Lance ist wieder da! Jetzt hat er also gestanden der grosse Lance Armstrong. Bloss was hat er gestanden? Nichts was man nicht schon gewusst hat, nichts was andere Organisationen oder Personen mit reinzieht und vor allem nichts was ihn noch mehr belasten könnte oder noch nicht verjährt ist. Fazit: Lance hat das Ruder wieder in der Hand. Ab heute bestimmt er wieder selber was über ihn gesagt oder nicht gesagt wird. Ich möchte gar nicht wissen was im Hintergrund bereits gedealt worden ist. Das keine Organisationen, keine Personen oder Namen genannt wurden lässt nur diesen Schluss zu. Indem er alle Schuld nur auf sich nimmt bringt er viele direkt oder Indirekt Beteiligen wieder unter Kontrolle. Ich halte die Schnauze und von Euch will ich das oder jenes, bis hin zur Aufhebung seiner Sperre, sonst… Ganz der alte Lance! 

Dabei bleibt es. Mehr habe ich und will ich dazu nicht sagen. Genervt haben mich allerdings verschiedene Kommentare in den unterschiedlichsten Foren und Medien. Da werden Dinge erzählt, Analysen gemacht oder gar Schlüsse gezogen die weder Hand noch Fuss haben und vor allem dazu dienen sich wichtig zu machen. Berichte oder Beiträge von Personen, sie bezeichnen sich zwar als Radsportler, besitzen aber nicht einmal ein Rennrad, sind in Ihrem Leben noch nie 1000hm am Stück gefahren oder wurden gerade mal bei einem Volksrennen, unter ferner waren auch dabei, rangiert. Diese „Radsportler“ fühlen sich dann von LA betrogen und verraten. Zum brüllen, fahren gerade mal eine Handvoll Jahre Rad und LA hat sie betrogen und haben in Ihrer Karriere noch keinen Finger für den Radsport bewegt.  Oder die Forderungen den Profi-Radsport abzuschaffen, pausieren zu lassen usw. Nur noch Amateure am Start usw. Wer soll das bezahlen, welche Sponsoren lassen sich dafür gewinnen usw. Der Radsport, übrigens nicht mehr oder weniger „verseucht“ als andere Ausdauersportarten ist auf dem richtigen Weg aber solange gerade bei unseren nördlichen Nachbarn, die mit am lautesten schreien, immer noch Doper als Teamchefs arbeiten und „Schmutzige Geschäfte“ von Unikliniken etc. unter den Teppich gekehrt wird, oder die Fernsehanstalten, die zu den übelsten Dopingzeiten, stets aus der ersten Reihe berichteten, sich lediglich auf die Negativmeldungen stürzen wird es langsam vorangehen. Selbstverständlich muss die UCI in ihren Reihen einege auswechseln und Ordung schaffen. Das wird auch geschehen. Einfach nicht in zwei Wochen aber in zwei Jahren wird sich erneut vieles ändern. Genau so wie sich in den letzten zwei Jahren bereits vieles verbessert hat. Aber das bekommen diese „Experten“ nicht mit die beschränken sich aufs „Stammtischgebrüll“ und fühlen sich betrogen.

Mein Training lief gut aber ich habe in den letzten Tagen meinen Plan sausen lassen und bin kurzerhand anderweitig und sehr lange unterwegs gewesen. Es war toll, hat gut getan aber jetzt ist definitiv Schluss damit und die nächsten 130 Tage sind fix geplant und zwar ohne wenn und aber!

Weiter gehts…

2013-01-11 14.43.36Bereits ist es Mitte Januar und bis zum 1. Saisonhöhepunkt sind es nur noch ca 140 Tage. Bis jetzt läuft alles nach Plan und die Zusammenarbeit mit „Benoit“ im Bereich Trainingsplanung und Überwachung läuft ebenfalls gut. Jetzt hoffe ich einfach gesund zu bleiben, respektive die letzten Verletzungs- Beschwerden noch loszuwerden. Das heisst die Beschwerden, die ich noch loswerden kann. Beim rechten Knie, Arthrose, bleibt es wohl eher ein Wunsch. Egal, ich nehme es wie es ist. Das zum Teil schon recht Frühlingshafte Wetter der vergangenen Wochen konnte ich gut nutzen und etliche Trainingsstunden auf dem Bike absolvieren. Die in der aktuellen Periodisierung fälligen Intervalltrainings von bis zu einer Stunde, habe ich allerdings Indoor auf der Rolle absolviert. Ich habe einfach „Schiss“ mir wie gewohnt im Januar eine Erkältung einzufangen. Die letzten Jahre konnte ich das leider nie vermeiden. Vielleicht gelingt es mir im 2013 allen Viren „auszuweichen“ zumal ich im Februar möglichst gesund und fit in mein erstes diesjähriges Trainingslager reisen möchte. Völlig ausser acht lasse ich seit dem 01.01.2013 diese Winterpokal Geschichte, da lediglich die Quantität bewertet wird. Das Motto des WP: langsam und lange gibt viele Punkte, passt nicht zu meinen Zielsetzungen. Trotzdem werde ich meine Einheiten weiter eintragen. Das bin ich dem Alpen-Oldie-Team schuldig.