Mal zwickt es da, mal schmerzt es dort oder manchmal huste und (Sorry) rotze ich vor mich hin. Und trotzdem fühle ich mich ausgezeichnet. Aktuell bin ich zwar so müde dass ich mich überall hinlegen könnte um zu schlafen. Also aufpassen und ab und zu eine Einheit auslassen, regelmässig zum Osteopath, Richi Buhnke ist Weltklasse, um alles zu richten. .Sobald es wärmer wird, irgendwann kommt dieser Frühling 2013, kann es dann wieder richtig losgehen mit den langen Marathontrainings. Darauf freue ich mich riesig. Vorläufig habe ich meine geplanten Marathon-Trainings in Südtirol verschoben. Die haben dort noch mehr Schnee als wir hier am Thunersee. Sogar im sonst trockenen und Schneefreien Vinschgau ist es weiss ¨Unglaublich. Also erst mal Ostern passieren lassen und dann sehe ich weiter. Momentan ist es bei uns so dass man Wintersport, z.B. Skifahren wunderbar mit Laufen oder Radsport kombinieren kann. Sogar am gleichen Tag. Am Vormittag früh mit den Ski’s ein paar Schwünge zu carven und am Nachmittag mit dem Bike eine Einheit unten am See zu absolvieren ist schlichtweg „Geil“.
Kategorie: Alltag
Vorbilder…
…hat vermutlich auf die eine oder andere Art und Weise jeder oder jede. Mein Vorbild im sportlichen Bereich, heisst „Bill“ ist weder Profi, berühmt noch hat er ein beeindruckendes sportliches Palmares. „Bill“ ist 70 Jahre jung, großgewachsen, schlank, Pensionist, Brite mit CH-Pass, Ex-Kampf und Linienpilot und begeisterter Radsportler. Ich hatte in der letzten Zeit das Vergnügen dass mich „Bill“ bei ein paar mit Höhenmetern gespickten Radtouren begleitet respektive mitgenommen hat. Richtig verstanden: Er hat mich mitgenommen denn meine Chancen mit „Bill“ mitzuhalten liegen bei 0,00! Mit seinen 70 Jahren fährt er locker mal eine 150 km- Runde mit Höhenmetern im vierstelligen Bereich und einem 28er Schnitt. Zudem ist er technisch so gut drauf dass ich, notabene kein schlechter Abfahrer, ihn sogar den Berg runter regelmässig ziehen lassen musste. Von Bergauf mag isch schon gar nichts erzählen. Wenn wir gemeinsam den Brünigpass angehen ist es so, dass wenn ich oben ankomme sitzt „Bill“ bereits bei einem Kaffee und hat der Serviererin ein halbes Dutzend Komplimente gemacht. Selbstverständlich wollte ich von „Bill“ wissen wie er das, verflixt noch mal, schafft so fit zu sein. „now“ es gibt kein besonderes Geheimnis erklärte er mir mit charmanten englischen Akzent. Mir macht es Spass fit zu sein, schaue dass ich gesund lebe und das auch geniesse. Das wichtigste sei aber, wenn ihn etwas interessiere mache er es einfach und überlege nicht ob er dazu zu alt sei. Sein Alter sei anscheinend für andere interessanter als für ihn selbst. Und wenn er mal einen „Hänger“ habe sorge seine Frau dafür dass er seinen Hintern hochbekomme und sich in den Sattel schwinge. Kleine Anekdote: Bei relativ schlechtem Wetter kam Bill mit einer dieser Sündhaft teuren Mavic– Winterjacken angeradelt. Ich: Woawh geile Jacke… „Bill“: O yeah, hat meine Frau gekauft sie meint ich könne dann auch bei ganz schlechtem Wetter radfahren gehen…
Fazit: Ich habe gegen „Bill“ aktuell absolut keine Chance. Mir fehlt es weder an Gesundheit, Material oder irgendwas. Ich habe eine Frau die mich unterstützt und mich auch immer wieder motiviert. Es liegt allein an mir, meinem Willen und meiner Motivation besser zu werden.“Sch…“ auf meinen Jahrgang, nächstes Jahr will ich als erster auf dem Brünigpass Kaffe bestellen! (Und eine Mavic-Jacke habe ich auch schon;)
Garmin Edge 810…
In den vergangenen beiden Wochen konnte ich den neuen Garmin Edge 810 erst angeschafft und dann ausführlich getestet. (Ich bleiben bei meinem Grundsatz unabhängig zu bleiben). Einmal mehr entäuscht mich Garmin nicht und vor allem sie lernen ständig dazu und Verbesserungsvorschläge werden postwendend umgesetzt. Der Garmin Edge 810 ist eine für alle Radsportler eine Option die nicht nur genaue Trainingsdaten ermitteln wollen, sondern sich auch für die zurückgelegte Strecke interessieren oder sich ab und zu mal in neuen Umgebungen zurechtfinden müssen/wollen. Persönlich habe ich den Edge 810 Benutzerfreundlich gefunden und er war innerhalb von 10 Minuten einsatzbereit respektive konfiguriert. Bei meinem Trainingslager auf Mallorca habe ich den Versuch gestartet eine Route aufzuzeichnen und diese dann 4 Tage später erneut nur nach den Angaben vom Edge 810 erneut nachzufahren. Kein Problem es hat einwandfrei geklappt. Zu empfehlen ist es die zu vorgegebene Route plus den eigenen Standort in einer grellen Farbe, pink, gelb, hellgrün, darstellen zu lassen, so dass sie sich von den anderen angezeigten Routen, Strassen und Wegen deutlich abhebt. Fazit: Für mich passt dieses Produkt, auch wenn ich bei Renneinsätzen auf den Garmin Edge 510 zurückgreife welcher dafür völlig ausreicht und ich letztendlich kaum Zeit habe auf irgendein zu schauen und eigentlich nur die Daten aufzeichnen, respektive mal kurz die bereits gefahrenen km checken will. (So ganz nebenbei, ich habe den Edge 810 auch beim Skitourengehen, Langlaufen oder Laufen verwendet. Passt auch!)
Hartnäckig und ausdauernd…
…zeigt sich, zumindest in unserer Region, der Winter 2013. Schnee in rauhen Mengen, dazu anhaltend tiefe Temperaturen machen es den Radsportlern nicht gerade einfach. Persönlich bin ich in diesem Monat erst ein einziges mal Outdoor auf dem Rad gesessen. Bei -6 und gefühlten -10 Grad macht es mir aber definitiv keinen Spass. Zumal sich die Sonne auch nicht gerade oft gezeigt hat. Alternativen: Wintersport, Rolle und Ergo. Ideal wäre eigentlich das Langlaufen bloss manchmal ist mir der Aufwand mit der ganzen wachserei und Skipräparierung einfach zu gross. (Oder ich bin zu bequem dafür). Etwas anders verhält es sich beim Touren und Schneeschuhlaufen. Anziehen, Ausrüstung anschnallen und los geht es. Direkt vor der Haustüre starten und eine der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, auch spät Abends, nutzen. Routen gibt es zu Hauf. So besehen ist die „Radlose“ Zeit ganz gut zu überbrücken. Trotzdem so Anfang März kann sich der Winter von mir aus in höhere Gefilde zurückziehen. Alles jammern auf hohem Niveau denn Trainingsmässig ist alles (noch) im Plan und es geht vorwärts in Richtung #FourPeaks Noch 113 Tage…
„Merci viu mau“… (oder einmal Himalaya und zurück)
…heisst übersetzt Danke vielmals und ist typisch Berndeutsche Mundart. Nein, für mich ist es etwas mehr. Danke’s sage ich jeden Tag im Dutzend und plus minus bei jeder sich anbietenden Gelegenheit. (Irgendwann genoss man ja so etwas wie Erziehung) Ein „Merci viu mau“ kommt, zumindest bei mir, immer dann wenn ich mich ausserordentlich freue oder mich irgendwas besonders berührt. Das ist nicht selten, aber bestimmt weniger als die üblichen „Dankes“ im Laufe eines Tages.
Gestern war ein „Merci viu mau“ fällig, als ich, verpackt in eine Email, den nachfolgenden Erlebnisbericht von Daniel Simon zugestellt bekam. Zu Daniel kann ich nur sagen: Ein Mann wie ein Fels, witzig, humorvoll, interessiert, geerdet und steht mit beiden Füssen, wenn er nicht gerade Schneeschuhlaufen muss ;-), fest auf dem Boden, respektive im Leben. Danke Daniel!
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Einmal Himalaya und zurück
Ein Erlebnisbericht von Daniel Simon Thun, 4. Februar 2013
Hallo werte Leserschaft
Twitter[1] ist ein Online- Social-Networking- und Microblogging- Dienst. Dieses Portal nutze ich seit gut zwei Jahren. Hier lernte ich unter anderem Erich kennen.
Es muss im Dezember 12 gewesen sein, als mich Erich spontan zu einer Schneeschuhwanderung einlud. In seiner E-Mail sind mir zwei Aussagen sofort ins Auge gestochen:
- 1. „Es gibt keinen besseren Grund als die Freude es zu tun…“
- 2. „Du wirst gefordert aber NICHT überfordert. Der Genuss steht an erster Stelle.“
Als ich diese Zeilen so lass, entwischte mir ein lautes „HA!“ – wenn der wüsste. Ich und Sport. Erstens: ich mag den Winter nicht sonderlich. Geschweige denn Wintersport. Zweitens: Kommt hinzu, dass wir uns noch gar nie begegnet sind. D.h. Erich wusste weder, wie es um meine körperliche Fitness[2] stand, noch dass ich das eine oder andere Kilo zu viel auf den Hüften trage.
Ich entschied, eine Nacht darüber zu schlafen. In Gedanken versuchte ich schon eine nette Absage zu verfassen. Ich muss jedoch gestehen, dass mir die zwei Mottos einfach nicht aus dem Kopf entschwinden wollen. So sagte ich diesem Unterfangen zu ohne zu wissen, was mich denn erwartet. „Mit einem fremden Mann in der Wildnis im Schnee herumzulaufen, tsts…geits de no?“
Schneeschuhlaufen – die gesamte Ausrüstung für die Tour würde mir Erich zur Verfügung stellen. Das ist ein toller Service, aber ich habe ja gar keine richtigen Schuhe und Hosen für ein solches Abenteuer. Also besorgte ich mir geeignete Utensilien.
Am Samstag, 26. Januar 13 trafen wir uns um 09:00 Uhr am Bahnhof Spiez. Leicht nervös harrte ich der Dinge die da kommen sollten. Nachdem wir uns freundlich begrüsst hatten, ging es los Richtung Interlaken. Das Ziel war die Lombachalp. Bei der Abfahrt in Spiez zeigte das Thermometer minus 11 Grad an.
Nach einer gemütlichen Fahrt erreichten wir problemlos das Ziel. Bei der Hinfahrt wurde mir sofort klar, der Erich weiss von was er spricht und was er sagt, hat Hand und Fuss. Wäre ich auf Facebook aktiv, würde ich hier ein „gefällt mir“ klicken. Die enge und kurvige Fahrt meisterte der Subaru ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Ohne Ketten oder 4×4 ist die Fahrt auf die Lombachalp nämlich verboten.
Beim Parkplatz angekommen, war die Aussicht schon atemberaubend. Doch bevor wir uns auf die Tour begaben, stärkten wir uns bei einer warmen Tasse Kaffee im schlichten, aber liebevoll ausgestatteten Bergrestaurant.
Mit leicht erhöhtem Puls (ich) vor lauter Aufregung, starteten wir in voller Montur die Tour. Zu Beginn war es gar nicht so einfach, mit den „Dingern“ an den Füssen zu laufen. Mit der Zeit jedoch vergass ich, dass ich professionelle Hilfsmittel an den Schuhen hatte.
Schritt um Schritt marschierten wir gemütlich den Hang hinauf. Vor uns 200 Höhenmeter die Bezwungen werden wollten. Leise fragte ich mich, wie denn eine solche Anstrengung Spass machen kann…item, ich liess mir nichts anmerken. Schon bald aber genoss ich die Ruhe und das meditative Knarren des Schnees unter unseren Füssen. Einzig die Kampfjets am Himmel wegen dem WEF in Davos störten die schon fast himmlische Ruhe.
Es war herrlich, atemberaubend und umwerfend als wir oben auf meinem privaten Himalaya angekommen sind. Die Aussicht auf die Berner-Alpen, den Thunersee und im Hintergrund der Niesen – einfach unbeschreiblich schön. Keine Wolke am Himmel, weit und breit kein Mensch zu sehen. Einmalig.
Die Anstrengung für mich als „Bürolisten“ hat sich gelohnt. Erich verstand es, das für mich geeignete und gleichmässige Tempo anzuschlagen. Dass er Sportcoach und Trainer von Profisportlern war erfuhr ich erst später wieder im Restaurant. Aber die Art und Weise wie er es verstand, mich zu motivieren und anzuleiten, beeindruckten mich schon seit dem Erhalt seines E-Mails. Nach einer gemütlichen Pause mit bezaubernder Aussicht auf die Bergwelt, nahmen wir den Abstieg unter die Füsse. Die Sonne erwärmte nun spürbar die Luft und den Schnee, die uns umgab.
Die ganze Tour dauerte ca. 240 Minuten. Wieder am Parkplatz angekommen empfand ich es als schade, dass diese Tour schon zu Ende war. Die Zeit ohne Natel und Uhr am Handgelenk habe ich sehr genossen. Ich hätte und das ist kein Witz, noch gut und gerne weiter marschieren können.
Zum Erstaunen fühlte ich mich nach einer solchen Tour erholt und glücklich. Nach anfänglicher Skepsis bin ich sehr froh und ein wenig stolz, dieses kleine Abenteuer mit Total 400 bezwungener Höhenmeter eingegangen zu sein. Übrigens, nicht mal Muskelkater hatte ich am nächsten Tag. Ein gutes Zeichen, um weiterzumachen. Diesen Bericht möchte ich mit den Worten von Erich beenden: „Es gibt keinen besseren Grund als die Freude es zu tun…“ …wie Recht er doch hat.
Der Autor ist zweifacher Familienvater, YB Fan und Diabetiker (Typ 2), von Beruf Pfarrer und einer grossen Lust am Leben. Follow me on Twitter: @drPfarrer
[1] http://en.wikipedia.org/wiki/Twitter (4.2.13)
[2] Seit 2012 begeisterter Viel-Flyerfahrer.
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