Blindflug…

sportograf-31416438_lowresMein absolutes Lieblingsrennen, der Nationalpark-Bikemarathon, stand auf dem Programm. Landschaftlich wie auch organisatorische, zumindest für mich, ein absolutes Highlight. Dieses Jahr sogar bei perfekten äusseren Bedingungen. Anders rum: schöner geht’s kaum. Anreise am Freitag, etwas verspätet aber immer noch im grünen Bereich, perfekte Unterkunft im Hotel Scaletta in S-canf, 200m neben der Startlinie. Aufwärmrunde zum Beine lockern, Fleisch und Pasta zum Nachtessen gut und genügend geschlafen. Am Samstag Frühstück, warm fahren und los ging es Richtung Scuol. Stopp, da war noch etwas. Beim bereitstellen vom Material, sprich Bekleidung, für den Renneinsatz stellte ich fest dass meine Brille, die mit den korrigierten Gläsern, wohl zuhause im Regal liegen geblieben war. Sch… Ohne meine Julbo wird das schwierig und vor allem was nun? Ersatzbrille, ohne Korrektur, aufgesetzt und ab zum testen. Resultat: es geht….

Wie gewohnt bei einem so kurzen Rennen, Achtung fertig los und ab geht die Post. Bereits beim einfahren bemerkte ich, dass ich nicht die besten Beine hatte, respektive es kaum „mein Tag“ werden würde. Es kam wie es kommen musste bis Zernez war es ein stetiges Geknorze. Ich musste um jeden Meter kämpfen und von flüssigem fahren, runden Tritt oder Flow war ich meilenweit entfernt. In Zernez hatte ich nicht einmal die Energie mich über die Polizei aufzuregen die dem Verkehr Richtung Ofenpass den Vortritt gewährte und die Passage über die Strasse immer erst frei gab wenn sich wieder ein Pulk von etwa 20 FahrerInnen gebildet hatte. Ich stand genau 02:20 Minuten. Etliche fragten sich lautstark für was sie sich denn gerade so angestrengt hatten. Wie erwähnt mir fehlte die Energie und ich war um das Päuschen sogar froh. Der Anstieg in Zernez absolvierte man im Pulk und in den nachfolgenden Kräfteraubenden Flachstücke im Gegenwind, machte ich mich ganz klein und führte erst (rotwerdundschämen) ca. 1,5 Meter bevor es wieder in den Wald ging. Tja der Wald… Herrliches Wetter hiess, dass auf der Strecke stets wechselnde Licht-Schatten Sichtverhältnisse herrschten. Genau dafür habe ich so eine CHF 500.-/Stutz-Brille zuhause im Regal liegen 😦  Manchmal war es eine Art Blindflug nach Konturen. Im Aufstieg nach Guarda fand ich sogar so etwas wie einen Rhythmus, fuhr auf einen jungen Typen im grell grünem Shirt und einem grauenhaft schwer aussehenden „Santa Cruz“ Freeride-Bike auf und vorbei. „Jesses nei so ein Göppel“, war mein erster Gedanke. Oben auf den langen stetig leicht ansteigenden Passagen und giftigen kurzen Abfahrten versuchte ich so gut als möglich über die Runden zu kommen, Gel reingedrückt, genügend getrunken etc. Bereits in der ersten kurzen Abfahrt nach Guarda donnerte „Santacruz“ mit einem Mordsspeed, aber sehr solide und sicher an mir vorbei um in der Gegensteigung gleich wieder „stehen“ zu bleiben. Bei der zweiten Abfahrt versuchte ich es. „Santacruz“ an mir vorbei ich fasste seine grellgrünen Konturen in meine trübes Sichtfeld und ab ging die Post. Motto: Es geht oder es knallt. Es ging. Auf dem letzten Flachstück vor der langen Abfahrt nahm ich „Santacruz“ in den Windschatten und liess ihm beim langen Downhill hinunter zum Ziel sofort den Vortritt. Mit Erfolg. Der freche Hund donnerte Fullspeed zu Tal, überholte innen und aussen in den Kurven schnitt prinzipiell jede leicht gebogene Passage und wusste Cm genau wo welche Löcher lauerten. Und ich? Ich sah einfach nur eine grüne Kontur und liess mich nicht abschütteln. Max. Speed 72/kmh auf Schotter. Im Zeil war ich nach einem Murks und Krampfrennen um rund 8 Minuten schneller als im Vorjahr. Eigentlich ganz passabel aber trotzdem war es kein „gutes“ Rennen. Zuviel Krampf zu wenig Spass (Ausser beim Downhill mit „Santacruz). Weiterer Pluspunkt: ein perfektes Scott-Spark 29er Bike!

Im 2014 bin ich auf jeden Fall wieder dabei. „Santacruz“ wohl nicht. Er meinte im Ziel: So einen Marathon-Scheiss mache ich nie wieder, ich bleibe beim Freeriden. Was ich weiss, so schnell fahre ich wohl nie wieder da runter. Schon gar nicht mit Brille wo man alles sieht 😉 Ach ja beim zurückfahren mit dem Zug nach S-canf sass ich so da und musterte mit kritischen Blicken mein Bike. Irgendetwas fehlte da doch? Richtig auch der Ersatzschlauch war zu Hause geblieben. Immerhin hatte ich die Kartusche mit der Luft dabei…

Ab ins Engadin…

SAMSUNG Heute noch ein Krafttraining, morgen eine lange Einheit auf dem Rad und dann heisst es los, ab ins Engadin. „Fröi“, zumal das Wetter keine grossen Kapriolen vorgesehen hat. Nichts tun, Beine hoch lagern, gut essen und am Freitag kurz den „Motor durchpusten“. Die Form stimmt und beim Material ist auch alles im grünen Bereich. Wenn es einigermassen trocken bleibt werde ich volles Risiko gehen und mit ausgesprochenen „Sommerreifen“ fahren. Wenn es knallt, ja nun dann: Pech gehabt. Aber die rollen einfach zu gut…

Du bist „Sportblind“…

picCAO… und hast keine Ahnung wurde mir kürzlich vorgeworfen. (ich hatte mich vehement ins Zeug gelegt, dass die grösste Schweizer Stadt endlich taugliche Sportstätten bekommt). Bin ich definitiv nicht! Längst nicht alles was rund um den Sport passiert, getan oder eben nicht getan wird, wird von mir gutgeheissen. Im Gegenteil. Klar ist, dass bei mir die positiven Dinge rund um den Sport überwiegen. Dennoch soll man Sport, das dazu gehörende Umfeld oder die Emissionen durchaus auch kritisch sehen. Man darf, oder muss sogar, sportliche Anlässe, Sportler und Organisationen, auch hinterfragen dürfen.

Ist der Gigantismus bei Grossanlässen wie Olympische Spiele gerechtfertigt? Sind dutzende Millionen Transfergelder für einen einzelnen Spieler in Ordnung? Braucht es Millionen- Saläre bei Sportlern. Braucht es Autos die mit knapp 300 kmh im Kreis herum fahren? Wie sinnvoll ist es im Sommer Eisflächen zu produzieren und im Winter Rasen zu heizen. Ist es zu verantworten dass sich im Sommer hunderte mit Ski auf den schmelzenden Gletschern tummeln oder im Winter Wiesen beschneit werden dass sich knapp hundert Ski- Profis mit über 100 Sachen, durch die gerodeten Sturzräume in die Tiefe stürzen? Braucht es gesperrte Strassen, schrille Werbekolonnen und hunderte Tonnen Müll nur weil 180 Radfahrer möglichst schnell von A nach B fahren? Oder gar ganze Stadtgebiete gesperrt und unpassierbar sind weil tausende Hobbysportler ihre persönlichen Grenzen beim Marathon ausloten? Nein das alles braucht es so besehen eigentlich nicht.

Aber stellen wir uns vor, all das gäbe es nicht. Wäre die Weltlage und die Umwelt „besser“?  Die Menschen gesünder oder wohlhabender? Wären die Hungersnöte und das soziale Gefälle kleiner? Die Politik kompetenter und weniger korrupt? Oder wäre der Wohlstand auf dieser Erde besser verteilt? Ich weiss es nicht. Bei aller (berechtigten) Kritik, ist und bleibt der Sport ein wichtiger Faktor der Gesellschaft auf diesem Planeten. Es ist auch gut dass es Kritiker gibt. Leider vermisse ich die konstruktiven Kritiker, welche um Vorschläge für einen verträglicheren und den globalen Veränderungen angepassten Sport, nicht verlegen sind. Es gäbe noch dutzende von Argumenten für oder gegen den Sport. Genau so wie für alle anderen Dinge die uns bewegen. Apropos bewegen, Ich gehe jetzt Sport treiben statt hier über Dinge zu schreiben die ich eh nicht verstehe 😉

Engadin…

NP-Marathon

Nächste Station, auf dem langen Weg in die USA, ist das Engadin, genauer der Nationalpark – Bike-Marathon. Ich freue mich auf dieses Rennen zumal mir schon die Gegend ausserordentlich behagt. Dieses Jahr werde ich bereits am Vortag anreisen. Bei der Tour-Transalp habe ich das Hotel Scaletta in S-canf kennen das, nebst einem perfekten Service, direkt bei Start liegt, kennen gelernt. Passt und ich spare mir das Gerödel mit dem Transport zum Start. (Zudem muss ich nicht so früh aufstehen;). Wenn ich die aktuell angeschlagene Pace im Training durchziehen kann, dann ist einiges möglich. Neu werde ich in diesem Jahr erstmals mein 29er Scott-Spark einsetzen. Für den Parcours m Engadin ist zwar kein Fully nötig, aber ich fühle mich aktuell auf dem Teil einfach pudelwohl. Zumal ich am Sonntag, anlässlich des Eigerbike in Grindelwald, bei Juri Ragnoli gesehen habe wie ein Scott-Spark auch gefahren werden kann gibt es keinen Zweifel bei der Materialwahl. Ein Wermuts – Tropfen bleibt. Warum knallt man bei der IXS- Marathonserie alle Teilnehmer ab 50 Jahren in ein und dieselbe Kategorie? Na was soll’s. Ist eigentlich egal. Hauptsache es macht Spass, regnet nicht und vom schneien wollen wir jetzt erst mal gar nicht reden 😉

29er…

Scott SparkDie einschlägigen Magazine sind gerade voll mit den Material- Vorschauen  im MTB- Bereich. (Nicht nur!) Und immer wieder die Diskussion 29- 26 oder gar 27,5 (650B)  Zoll was ist besser? Das wichtigste vorneweg: es gibt keine falschen Grössen, höchstens unpassende! Gespannt darf man auch sein wie die Hersteller das angehen. Einzelne streichen bereits für 2014 26 Zoll-MTB’s aus dem Sortiment, es werden einfach noch alle Restbestände an den/die Mann/Frau gebracht, Schnäppchenjäger macht euch auf den Weg, andere sehen das für 2015 vor oder einzelne wollen einfach mal abwarten. Abwarten werden vor allem die „Kopierer“ ohne eigene Ideen und Innovation. Ich denke da an einen bestimmten Hersteller im Osten der Schweiz gelegen…

Für mich persönlich gibt es NUR noch 29er- MTB’s. (Allenfalls höchstens ein Scott- Genius 650B zum Touren). 29er, mehr Bike braucht der Mensch nicht! Meistens lasse ich es beim Hardtail bewenden, gebe aber zu dass auch ein 29er Fully wie das Spark von Scott absolut geil zum fahren ist!  Allerdings musste ich ein paar kleiner Modifikationen vornehmen, Synchros- Teile, Synchros gehört Scott,  sind (noch) nicht in allen Bereichen überzeugend! 29er haben besseren Grip, rollen besser, und sind rundum besser zum steuern. Nachteile? Für mich gibt es Scott01keine!Nicht alle Hersteller haben die Herausforderung 29er gleich gut umgesetzt. Im Fully- Bereich sind es sogar nur ganz wenige. Da gibt es tatsächlich ao Blei- Enten um die 12-13kg die als Marathon-Fully angeboten werden… Ein „Geheimtipp, (nebst Scott 😉 ),“ für 2014 ist für mich das 29er „Pace Team“ von BixXS. (Von dem was die 29er Hardtails von BixXS können gibt uns Lukas Buchli praktisch jedes Weekend eine Kostprobe). Wer punkto Körpergrösse etwas zu kurz gekommen ist sollte sich die 650B genau anschauen. Das ist für mich DIE Alternative. Wenn ich allerdings die kleine, zierliche und sehr erfolgreiche Esther Suess auf ihrem 29er sehe… Aber da gibt es ja noch den Nino Schurter auf dem 650B 😉

Da in unserer Gegend viele MTB- Cracks ihren Wohnsitz und Trainingsrevier haben, ist mir aufgefallen dass zunehmend auch GA- Einheiten auf der Strasse mit dem 29er absolviert werden. Wenn man auf einem 26er schnell sein wollte brauchte es RR- Einheiten. Beim dauernden „Gegurke“ auf den kleinen Rädern wurde man langsamer und langsamer, der Umstieg aufs Rennrad war brutal. Seit ich 29er fahre gibt es da keine Probleme mehr und man kann sich wirklich fragen Rennrad, für was 😉 ?? Auf dem 26er einen Pass auf Asphalt hoch zu fahren, war etwa so spannend wie Windsurfen in der Badewanne. Mit einem 29er kann man da sogar Rennrad- Fahrer ärgern 😉 Also lieber kein 26er Schnäppchen,  und ein 29er auf den Wunschzettel…