Ans Limit gehen…

… ist zur Zeit mein Motto. Nach Wochen und Monaten wo ich vorwiegend im GA-Bereich trainiert habe, ist es Zeit für eine Phase mit erhöhten Intensitäten. Also vorwiegend GA2 oder EB, gespickt mit kurzen Abstechern in den Maximalbereich. Zusätzlich absolviere ich jeden Tag meine 1/2 Stunde Lauftraining im GA-Bereich. Auf dem Bike konnte feststellen dass solche intensive Einheiten, gefahren mit dem 29er, effektiv mehr in die Beine gehen als mit den herkömmlichen 26ern. Umso wichtiger ist es, zumindest für mich, weiterhin viele Einheiten auf dem Rennrad zu absolvieren. Heute habe ich beides probiert, 1x eine Einheit mit dem Rennrad und eine auf dem 29er Scale. Nach den ersten harzigen 10 Minuten lief es auf dem 29er hervorragend. Fazit: Die Richtung stimmt, es gibt aber noch viel an den Details zu „arbeiten“…

Respekt…

Kürzlich habe ich mir am Kiosk wieder einen dieser wunderschönen, umfangreichen und bunten Firmenprospekte, sprich Radsportmagazin, gekauft. Ein Schweizer-Produkt Namens „Bike Sportguide für den Schweizerbikefreund“. Gekauft habe ich die Zeitschrift nur, weil auf dem Titelblatt ein umfangreicher Bericht und Hinweise zum Cape Epic angepriesen wurde. (Man darf ja wohl noch träumen;). Mein Augenmerk richtete sich beim Inhaltsverzeichnis sofort auf einen weiter unten stehen Hinweis: Die Schweiz das MTB-Paradies! Uii, welch eine Erkenntnis lieber Herr Rolf Fleckenstein, da wäre ich sonst nie drauf gekommen. Hätten Sie es gewusst dass die Schweiz in der Weltrangliste beim Mountainbike auf Rang eins liegt, fragt uns Bikefans der Herr Fleckenstein! (Wohlgemerkt er stellt diese Frage in der Zeitschrift: „Bike Sportguide für den Schweizerbikefreund“ und nicht in einem Fussballmagazin. Ja lieber Herr Fleckenstein wir Bikefans wissen das, und dieses nicht erst seit dem Hinweis in Ihrer Zeitschrift. Wir wissen auch dass wir die Chance haben, diese Position dank einer hervorragenden Nachwuchsförderung, den ausgezeichneten nationalen Rennserien und Persönlichkeiten wie Thomas Frischknecht oder Andi Seeli, zu behalten. Das wichtigste aber erwähnen sie leider nicht. Es ist die Akzeptanz und Toleranz die man vielerorts, nicht überall ich weiss, diesem Sport entgegenbringt. Es sind die dutzenden von engagierten Helfern, Jugendtrainern, Betreuern, Landbesitzern, Eltern,  Bikeshop- Inhabern usw. die unseren Nachwuchs unterstützen und fördern. Dazu kommt dass wir in der Schweiz sehr kurze, gut erschlössene (ÖV) Wege haben plus ein riesiges Reservoir an Routen und Strecken zur Verfügung steht. Herr Fleckenstein sie sind sicher mit mir einig: Dieses und verdient vor allem eines RESPEKT!

Zudem, das ist ganz wichtig, haben in der Schweiz, auch Ihnen Herr Fleckenstein gebührt mein Dank, die Medien den Bikesport entdeckt. Sicherlich könnte man noch mehr und intensiver berichten, aber wenn ich sehe dass SF1 regelmässig auch über nationale Rennen berichtet, ist das für eine Randsportart schon ganz ordentlich. Vor allem beschränkt man sich in der Schweiz nicht nur auf die Berichterstattung über Doping oder tragischen Unglücksfälle. Jüngstes Beispiel Deutschland und die Radsport- Berichterstattung vom Giro. Keine Silbe, nicht einmal eine Randnotiz war der Giro d’Italia den Verantwortlichen bei ARD oder ZDF wert. (Lang schaffte es notabene bis ins Bergtrikot). Aber als ein Profi bei einer Abfahrt tödlich verunglückte, war es Thema in der 20:00 Uhr Tagesschau… Österreich liegt im Nationen Klassement hinter den Niederlanden und knapp vor Südafrika auf Rang 8. (Das auch nur Lakata und Osl) Das sagt eigentlich alles über den Zustand des Radsportes in unseren Nachbarländern. Freuen wir uns darüber dass wir die Nummer eins sind. Knapp vor Frankreich wo VTT ein grosses Thema ist. Wenn nur die Sprache nicht wäre… Fazit: Im 2012 wird es für die Schweizer Mountainbiker schwieriger sein einen Platz im Team für Olympia zu ergattern, als dort aufs Podest zu fahren. Aber eines ist schon jetzt sicher: Wir sind auch im 2012 als Bikenation auf dem Podest!

Termine, Training usw…

Ich konnte in den vergangenen Tagen, trotz einer dichten Terminfolge, optimal trainieren. Planung, Agenda und ein einigermassen gutes Zeitmanagement halfen mir über „die Runden“. Nebst der normalen Arbeit, was ist „normal“, Familie und Freizeit konnte ich praktisch alle geplanten Trainingseinheiten durchziehen, sowohl was die Intensität, Sportarten und die Dauer anbetrifft. Ganz besonders Spass hat mir das Treffen mit Sven Regener von „Element of Crime“ gemacht. Mit dem Mann zu diskutieren ist spannend, herausfordernd und zugleich amüsant. Genau so wie sein Buch „Herr Lehmann“. „Element of Crime“ Live zu erleben ist zudem ein ganz spezieller Höhrgenuss. Nicht klappen wir es mit meiner Gigathlon-Teilnahme. Ich wurde von meiner Teamchefin kurzerhand, (3-Zeiler-Email) ausgeladen, weil eine Freundin von ihr unbedingt einmal am Gigathlon dabei sein will, sich aber erst jetzt entscheiden konnte. Ich werde dieses Vorgehen nicht kommentieren und wünsche dem Team an dieser Stelle viel Erfolg.

Leistungsvermögen…

Ab und zu neigt dazu, beim eigenen Leistungsvermögen etwas tief zu stapeln. Manchmal ist es auch umgekehrt. Besonders wenn das Wunschdenken und die Realitäten weit auseinander liegen. Kürzlich sind mir in den Printmedien 2 Artikel aufgefallen. Bei beiden geht es, völlig unterschiedlich, um das Leistungsvermögen von zwei Marathonläufern. Ed Whitlock aus Kanada lief als über 70-jähriger!! 2003 einen Marathon ind 02:59:10. Eine Wahnsinszeit und für mich persönlich nicht realisierbar. Derselbe Ed Whitlock, in der Zwischenzeit 80 Jahre alt, ist in diesem Jahr den Rotterdam-Marathon in, haltet Euch fest, 03:25:43 gelaufen!! Für mich eine unglaubliche Leistung. Es zeigt auch auf, dass man auch in reiferen Jahren durchaus zu ausgezeichneten Leistungen fähig ist!

Eine ganz andere Leistung erbrachte der 40-jährige US-Amerikaner Kelly Gneiting beim Los Angeles-Marathon. Er hat diesen in 09:48:42 absolviert. Man wird sich jetzt fragen was daran speziell sein soll, schafft ja sogar meine Oma noch usw… Speziell ist, der Mann, ehemaliger Suomo-Ringer, wiegt 200kg!! Sein Kommentar am Ziel: „es war ein hartes Stück Arbeit“… Kann ich verstehen, vor allem finde ich es eine unglaubliche Willensleistung, zu der die meisten von uns kaum fähig wären. Vorneweg an alle Fachleute und Fernsehathleten: Gesund oder nicht gesund, das spielt hier weniger eine Rolle. Es war auf jeden Fall gesünder als weitere 09:48 kauend vor dem Fernseher zu verbringen. Für mich sind alle beide bemerkenswerte Menschen.

Wunschdenken…

Der Mensch neigt dazu Realitäten nach seinen Wünschen zu formen und nicht umgekehrt. Immer wieder steune ich über Aussagen, (angeblichen) Leistungen und Hinweise auf geplante Höchstleistungen. Da wird von Hobbyfahrern, via Twitter, ganz locker von einer 234km Runde mit einem 42er Schnitt berichtet, (180 Radprofis am Giro müssen grausam „klemmen“ wenn sie das toppen wollen), auf einer 28 km Runde werden 3082 Höhenmeter vernichtet, wohlverstanden mit dem Bike und nicht mit Steigeisen, und kürzlich konnte ich via Facebook von einer flotten 25km Laufrunde in 1:15 lesen. Solche Leistungen verdienen es, dass man gratuliert, finde ich. Von der 234 km Runde war ich so angetan dass ich um die GPS-Daten und Übernachtungsmöglichkeiten angefragt habe, weil ich die Runde unbedingt auch mal fahren wollte. Ging leider nicht das Gerät konnte genau diese Runde nicht aufzeichnen. Schade. Die 28km Runde mit den 3082hm wollte ich zumindest mal, ausgerüstet mit Hochalpinem Equipment, Biwakzelt usw., zu Fuss begehen. Das ganze hat sich als Übertragungs-Fehler von Garmin herausgestellt. Es waren nur 308hm. (Immerhin konnte man so die Führung im Höhenmeter-Wettbewerb übernehmen…). Tja und der Facebookeintrag von der 25km Runde hat sich aufgelöst und der Inhaber ist nicht mehr mein „Freund“. Amüsieren kann ich mich immer wieder über Ankündigungen und Absichtserklärungen. Je weiter weg der Termin, umso grösser die Absichtserklärungen. Zuerst freut man sich aufs Rennen, ein Topten-Platz ist das mindeste. Später werden es die Top 100, anschliessend will man einfach dabei sein und das Rennen geniessen, (Man muss schliesslich niemandem etwas beweisen!) und unmittelbar vor dem Start wird darauf hingewiesen,  dass man eigentlich nur wegen dem Bier und dem Plauschen mit Freunden nach dem Rennen da ist. Relativ viel Aufwand für ein Bierchen oder? Es lebe der Sport! 😉