Von mir ein klares JA und zwar ganzjährig. Ich meine damit das Krafttraining im Kraftraum mit Gewichten oder an passenden Maschinen. Vom sogenannten „Krafttraining“ auf dem Rad, mit dicken Gängen an einer Steigung herum murksen, halte ich null und nix! (Meine Knie sind froh über diese Entscheidung;) Mein Credo: Ausdauer- und Krafttraining werden strikt getrennt. Krafttrainings absolviere ich im Winter 3-4x die Woche jeweils 45-60 Minuten. Meist in Form eines Circuit wo möglichst sämtliche Muskelgruppen berücksichtigt werden. Ich absolviere meine Krafttrainings auch ganz bewusst ausser Hause. Erstens habe ich beim Training im Kraftraum alles an Geräten und Möglichkeiten die es braucht, zweitens kann ich so ungestört und konzentriert arbeiten. Motto: Qualität und Kontinuität. Der einzige „Begleiter“ sind meine eigenen Playlists bei Spotify 🙂 Klar habe ich sehr gute Randbedingungen. Bei meinem Partner Selffitness habe ich nicht nur die Möglichkeit zwischen mehreren Standorten zu wählen, alle innerhalb maximal 15 Autominuten entfernt, auch das Equipment ist hervorragen und funktionell. Dazu kommt dass Räumlichkeiten und Garderoben stets sehr gepflegt und sauber sind. (Was eigentlich selbstverständlich wäre aber vielerorts nicht zutrifft!) Einmal mehr ein Standort- Privileg 🙂
Die Details 02…
Bei meinem letzten Beitrag habe ich über Details rund um meine Vorbereitungen und beim Material geschrieben. Dazu möchte ich noch nachreichen dass speziell das Thema Material aus meiner Sicht vielfach überbewertet ist/wird. Ich amüsiere mich köstlich wenn über 100g Gewichtsreduktion euphorisch gejubelt wird, während die „Wampe“ mit +5000g über dem Lenker wabbelt… (Das einzige was wirklich leichter wird ist der Geldbeutel)
Ich habe in den vergangenen Monaten meine Ernährung zwar nicht umgestellt aber optimiert. Details eben. Vor allem habe ich die Kohlehydrate reduziert oder teilweise ganz eliminiert. Kohlenhydrate sind ja im Prinzip nichts anderes als “Zucker“ (Saccharide) und unterteilen sich in Einfach-, Zweifach- und Mehrfachzucker. Der Einfachzucker Glukose ist quasi die Universalwährung des Körpers. Ist der akute Energiebedarf gedeckt, werden die körpereigenen Kohlehydratspeicher (Glykogen) in de verfügbar, wandelt der Körper den Zucker unter Einfluss von Insulin in Fett um! Gleichzeitig ist die Fettverbrennung im gehemmt. Soweit die Theorie. Meine Praxis ist dass ich wann immer möglich am Abend auf Kohlehydrate verzichte und meinen Kohlehydrate Bedarf dem Trainingsplan anpasse. Z.B. braucht es an einem Ruhetag keine Kohlehydrate ausser denen, die sich sowieso (versteckt) in Nahrungsmitteln finden. Usw. und so fort. Man könnte dieses Thema wohl endlos fortsetzen. (Und es wurde/wird auch genügend darüber geschrieben) Schmunzeln muss ich immer wegen den „Bierbilder danach“. Selbstverständlich immer Alkoholfrei und nur eines… 😉 (Selbst 0,5l Alkoholfrei bedeuten ca +0,5 Std Training)
Intensiviert habe ich auch das Krafttraining. 2016 sind es in der Zwischenzeit ca. 90 Trainings, meistens in Form eines Circuit- Trainings von ca 45-60 Minuten, geworden. Fazit: Nur positiv. Keine Rückenschmerzen oder Probleme im Schulter und Nackenbereich. und zudem kann ich auch problemlos grösser Gänge länger in Schwung halten oder „durchdrücken“. Bei der neuen Technik mit einem Kettenblatt vorne nicht ganz unwichtig.
Fazit: Zwar kleine Details aber alles zusammen ergaben beachtliche Vorteile. Wobei ich nicht darauf aus bin meine Leistungen zu steigern. Mir reicht es völlig diese mit 67 Jahren einfach zu halten. Ohne zusätzliche Anstrengungen geht das nicht. Es lohnt sich und macht erst noch Spass!
Die Details 01…
Bei Erfolgen bleiben meistens, im Gegensatz zum Misserfolg, kaum Fragen offen. Höchstens wie kann ich meine gute Leistung optimieren oder zumindest halten. Wobei das nur „halten“ beim nächsten Event vielleicht, meistens ganz sicher, nicht mehr reicht. Was kann ich tun? Die Planung und Vorbereitung war gut, die Form war da, das Material hat gepasst und die zurechtgelegte Strategie ist aufgegangen. Plan B wurde nicht benötigt. Und jetzt? Jetzt ist es sinnvoll erst den Erfolg zu geniessen. Punkt. Es ist aber auch die Zeit zu reflektieren was ich zukünftig (noch) besser machen kann. Meistens sind es Details. (Wie heisst es im Volksmund: „Der Teufel liegt im Detail“). Wenn ich zurück blicke habe ich in den vergangenen zwei/drei Jahren nur Details geändert. Ausser beim Material. Der Wechsel auf die 1×11 Schaltung war die grösste Veränderung. Dazu kamen aber einige Details. Tiefere/breitere Lenkerposition, Änderung bei der Sattelhöhe, Neue Reifendimensionen/ Profile inkl. Markenwechsel, neue Helm Varianten usw. Da ich das Privileg habe, mein Material selbst finanzieren zu können ohne auf „sogenannte Sponsoren“ Rücksicht zu nehmen, kann ich stets das Optimum und die für mich ideale Lösung zurückgreifen. Wichtig ist für mich auch die unmittelbare Rennvorbereitung. Stressfreie nicht zu frühe Anreise, einfaches Hotel ohne den ganzen Spa- Schnickschnack, dafür ein gutes Bett, anständiges Essen, einen abschliessbaren Radkeller/Raum und möglichst weg vom ganzen Trubel. Den ganzen Pasta- Party Mist, das mehr oder weniger endlos langweilige Gequatsche über soll ich den 40er oder 42er, das Dauerjammern über die fehlende Form oder sonstige Gebrechen (um dann beim Start, welch ein Wunder, lospreschen zu können wie die berüchtigte „Sau“) noch ein Bierchen kann nicht schaden usw. und so fort, habe ich von meiner To do- Liste gestrichen. Startunterlagen abholen, weg Beine hochlagern, fokussieren und fertig. Seit ich diese Details stetig optimiere und verbessere habe ich zwar zu tun aber viel weniger Stress. Und ja, es läuft mir besser. Mehr Details in Folge 02…
Biken im Engadin…


Ich war wieder mal im Oberengadin. Fazit: Es ist einfach nur schön hier oben. Und was in den letzten Jahren für meinen Lieblingssport realisiert wurde ist genial. Das Engadin zeigt sich mit mehr als 400 km Singletrails und speziellen Flow Trails von einer neuen Seite. Ob beim Überwinden eines flowigen oder verblockten Singletrails, einer kurvigen Passstrasse oder einer rasanten Downhill-Abfahrt – Mir wird es im Engadin garantiert nicht langweilig. Und wer meint Engadin = teuer unterliegt einem Irrtum. Es geht auch ganz normal. (Und zudem: Gutes darf durchaus auch seinen Preis haben…)
Daumen drücken :-) …
Der Rio Countdown – Nino Schurter: Gold ist das Ziel, aber nicht alles
30 Jahre, verheiratet, Vater von Tochter Lisa. Seit der Silbermedaille von London hat sich was verändert. Sichtbar und unsichtbar. «Gegenüber meinen ersten Teilnahmen bin ich viel gelassener, weniger nervös», sagt Nino Schurter. Das führt er einerseits auf die familiären Entwicklungen zurück, die Verantwortung für Frau Nina und Tochter Lisa. Dazwischen liegen aber auch viele Erfolge. Beweisen muss der Bündner niemand mehr etwas. Und gleichzeitig weiß er auch, dass ein einziges Rennen nicht planbar ist. Zumindest nicht, wenn es um dieses eine olympische Rennen geht. Zu viel kann passieren. Und wenn es, wie angekündigt, am Sonntag im Deodoro MTB Park regnet, noch viel mehr.
Das Ziel ist klar – Gold
«Ziel ist Gold, das ist klar. Ich werde alles geben, das zu realisieren und nach dem bisherigen Verlauf der Saison ist das auch ein realistisches Ziel. Aber es ist nicht so, dass es Gold sein muss», sagt Nino Schurter und betont das Wörtchen «muss». «Wenn es nicht klappt, dann geht die Welt auch nicht unter.» Wird sie nicht, nein. Gold ist das Ziel, aber nicht alles. Im Laufe eines Athleten-Lebens verschieben sich die Maßstäbe, die Wirkung von Wettbewerben verändern sich. «In Peking war ich glücklich überhaupt dabei zu sein, in London war ich Favorit. Wahrscheinlich hatte ich da nicht die nötige Gelassenheit», erklärt Nino Schurter.
Dass er die diesmal mitbringt, könnte auf der anderen Seite der Schlüssel zum ganz großen Erfolg sein. Was eigentlich schon ein wenig ein despektierlich klingt, denn wer würde nicht sagen, dass Nino Schurter nicht schon etliche ganz große Erfolge gefeiert hat. Natürlich gilt dem Olympischen MTB-Rennen eine besondere Aufmerksamkeit. Das sah man nicht zuletzt an der Pressekonferenz am Mittwoch, als sich rund um Schurter eine Traube an Journalisten aufbaute. Der fünffache Elite-Weltmeister verweist aber auch noch auf einen anderen Aspekt: «Olympia ist immer was Besonderes. Man fährt für ein anderes Team, man spürt den nationalen Zusammenhalt, es geht auch ums Nationenranking und so weiter. Und man hat andere Teamkollegen um sich herum als sonst«, lässt er erkennen, dass diese andere Dimension bei ihm auch ankommt. «Auf das ganze Umfeld kannst du dich nicht vorbereiten, da gibt es schon Risiken», sagt er, sieht sich und seine Teamkollegen aber als «sehr fokussiert.» Wie immer überlässt Nino Schurter nichts dem Zufall. «Was das Material angeht, bin ich auf jede Option vorbereitet, egal bei welchem Wetter», sagt er
Kulhavy als härtester Gegner
Was seine Konkurrenten angeht, sieht er vor allem die zwei Altbekannten: London-Olympiasieger Jaroslav Kulhavy und Doppel-Olympiasieger Julien Absalon (2004 und 2008). «Ich rechne mit Jaroslav und Julien, es geht hart auf hart. Der Sieg führt für mich über diese Zwei. Ich würde sagen: zu 90 Prozent wird es einer von uns drei», räsoniert Schurter und fügt noch konkreter hinzu: «Ich persönlich glaube, dass Jaro der härteste Gegner sein wird.»
Seit 2010 (José Hermida) ist niemand anders mehr Weltmeister geworden, seit 2013 hat niemand anders mehr einen Weltcup gewonnen, seit 2005 (Christoph Sauser) hat kein anderer Fahrer mehr den Gesamtweltcup gewonnen. Insofern weiß Nino Schurter auf wen wer sich einstellen muss. Die restlichen zehn Prozent gibt es zum Glück auch noch. Sonst wäre der Sport ja auch völlig langweilig.
