Ein gewisser Herr Goethe schrieb mal den Satz: „Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun.”
Immer und immer wieder, praktisch täglich, muss ich mich an diese Worte erinnern. Nicht nur beim Sport aber dort ganz besonders. Niemand weiss alles ich schon gar nicht. Obwohl ich mir in den vergangenen Jahrzehnten einen beachtlichen „Rucksack“ an Wissen rund um den Ausdauersport angeeignet habe. Wenn Probleme auftauchen dann meistens beim anwenden und tun. Beispiele gefällig?
Was man(n) sich vornimmt…
– Eine dem Umfeld angepasste Trainings- und Wettkampf Planung
– Ruhetage bei herrlichen äusseren Bedingungen und Trainings bei Wetterkapriolen konsequent durchziehen
– Den Mut haben die zur aktuellen Mentalen und Körperlichen Verfassung, besser passende Kurz- Strecke zu fahren.
– An jedes Training die passenden regenerativen Massnahmen anhängen…
– Ernährung, Zusammensetzung/Mengen konsequent den Belastungen anpassen…
– Regelmässige zusätzliche Kraft und Beweglichkeits- Trainings einplanen
– Beim Training mit Kollegen wirklich das angekündigte Tempo zu fahren und dem üblichen „Hauen und Stechen“ beim ersten Anstieg amüsiert zuschauen.
Was man(n) effektiv macht….
– Man plant grosszügig und meistens ohne sein Umfeld. Irgendwie geht das dann schon…
– Ach was das Wetter ist zu schön um zu Hause rum zu liegen, oder bei dem Regen ist es bestimmt zu gefährlich zu ungesund, und bringt nichts…
– Ich bin doch keine Memme. Entweder die grosse Runde oder gar nix, der „Huber“ diese Pfeife hat das auch geschafft…
– Regeneration? Ja, ja wenn ich dann mal Zeit habe…
– Nach dem Training brauche ich mein Bier, ist besser als die ganzen Regenerations Gesöffe und Wasser ist eh nur für Kühe. Am Ruhetag mal in den Mac schadet auch nicht macht Profi XYZ auch…
– Mein Rücken schmerzt immer. Nächsten Winter nehme ich ein Abo fürs Studio aber jetzt erst mal ein Ilbuprofen
– Ok. Heute locker aber beim Hausberg zeige ich es den Säcken…
Der Abschnitt „effektiv“ ist selbstverständlich frei erfunden! 😉

Der Sommer ist zum Glück immer noch da. Trifft sich gut denn ab sofort widme ich mich den langen Anstiegen. Zu meinem Vorteil habe ich gleich einen vor meiner Haustüre. Zuerst 1km runter nach Krattigen und dann 6km am Stück bergauf zum Bächli. Einer wunderschönen aber einsamen Alp auf rund 1‘300m. Einsam ist es in der Regel auch auf dem Weg dahin. Zumindest bis gestern. Bereits nach rund 800m kämpfte vor mir ein Duo auf dem Bike mit der 13% Steigung. Beim näher kommen sah ich auf Grund der Bekleidung dass es Mitglieder eines Bike-Clubs aus der Region waren. Ein freundliches „hallo zsäme“ hin und ein „hoi“ zurück, weiter geht’s. Kein Gerassel eines hektischen Schaltmanövers nix. Die beiden fuhren Ihr Tempo ich meines. Nach zwei Kurven vor mir ein Trio. Also 5 Personen auf dieser Strecke anzutreffen war schon ein neuer Rekord. Gleiches Prozedere meinerseits „hallo zsäme“, meinen Rhythmus beibehalten weiter fahren. Einer hat zurück gegrüsst, zwei haben nichts gesagt. Dafür wurde geschaltet und schon hingen sie an meinem Hinterrad. Einer fuhr, leicht versetzt, neben mir her. Das alt bekannte Spiel also. Nach weiteren rund 600m liess der erste abreissen dafür tauchte eine weitere Gruppe des gleichen Vereins vor mir auf. Auf meinen Gruss wurde hier kaum reagiert aber sofort wurde das Tempo angezogen und zwei fuhren vorne weg. Situation 2 ca. 30m vor mir die restlichen 5 direkt hinter mir plus die beiden, 4 Kehren weiter unten, welche ich zuerst getroffen hatte. Der Beginn eines munteren Spielchen um die Führung oder wer hängt wen ab, für die restlichen 3km Anstieg. Auf den letzten 500m profitierte ich von meinen Ortskenntnissen da ich anscheinend als einziger wusste dass hinter der letzten Alphütte ein kurzes, gemeines sehr steiles Schotterstück lauert. Meine beiden Begleiter schalteten zu spät und standen still, einer fiel sogar um (Schadenfreude). Oben gewendet und sofort, freundlich grüssend, wieder runter. Erstens war es kühl geworden, ich hatte Hunger und drittens war mir nicht nach einem „Abfahrtsrennen“ mit dem Bike-Club S… Für mich war es ein perfekter, wenn auch ungeplanter, Test. Weiter Berge folgen. 1‘000hm am Stück sind auf dem Plan.
Eindeutig weniger Gewicht. Klar kann man immer mehr (Quantität) trainieren. Für mich hört es bei ca. 15 Wochenstunden auf. Im Jahresdurchschnitt sind es dann gut 12. Was ich aber in den vergangenen 2 Jahren deutlich verbessert habe ist die Qualität. Und mit Qualität meine ich Leistungsorientiertes Training. Leistung lässt sich physikalisch exakt beschreiben und auch messen: Für einen Radfahrer ist dies das Produkt aus Beinkraft und (Bein)Trittgeschwindigkeit und wird in der Einheit Watt ausgedrückt (Watt = Joule/Sekunde = Energie pro Zeit).Ich trainiere konsequent schon länger nach Leistungsvorgaben. Ein ganz (ge)wichtiger Faktor ist das eigene Körpergewicht, sprich Leistungsgewicht Beispiel: Man nimmt die durchschnittliche Wattzahl auf einer bestimmten Bergstrecke und dividiert dieses durch das Körpergewicht. Daraus ergibt sich ein Leistungs-Faktor. (Wer über 6 hat sollte sich eine Profi- Lizenz bestellen 😉
Irgendwas ist bei mir immer 😉 Ab dem 30.03.2014 beteilige ich mich an der