Biken im Engadin…

Nach 2014-08-30 12.56.20einem eher langweiligen „Baustellen-Hopping“ quer durch die Schweiz traf ich am frühen Nachmittag in Scuol ein. Im Sportzentrum rasch die Startnummer abholen, wie immer alles perfekt organisiert, einen Kaffee im Dorf und dann retour nach Zuoz ins Hotel. Leider ist meine übliche Unterkunft wegen Bauarbeiten momentan geschlossen. Zum Hotel nur so viel: Den angegebenen Sternen würdig war höchstens die Rechnung… (Bin immer noch am Überlegen ob ich meinen Frust, so objektiv als möglich, in einem der zahlreichen Buchungsportalen ablegen soll)

Egal. Ich war da um ein Rennen zu fahren und nichts anderes. Kurze Runde im milden Spätnachmittag gedreht um den neuen Startplatz zu rekognoszieren und vor allem die müde gesessenen Beine zu
wecken. Nach einem ausgezeichneten Nachtessen, die obligaten Pasta Partys sind mir ein Gräuel, früh in die Federn noch ein paar Seiten im e-Book gelesen und dem Hanspeter Latour beim Problem lösen zugesehen. Nach 9 Stunden ausschlafen, aufstehen, kurzer Blick aus dem Fenster ins kühle und verregnete Engadin. L Nein jetzt kein Frust aufkommen lassen und ich kann es auch wen n es kalt ist! Frühstücken, packen und warm eingepackt ab zum 3km entfernten Startplatz auf dem Waffenplatz Zuoz-Scanf. Positiv: Eine Armee- Einrichtung hat Platz ohne Ende, sogar genügend Toiletten. Negativ: Solche Orte sind oft abseits jeglicher ziviler Einrichtungen und etwa so Stimmungsvoll wie ein Keller im 3. Untergeschoss. Jacke, Beinlinge und Mütze ausziehen, Gepäck abgeben und ab zur Startlinie. Zuschauer hatte es keine ausser den BetreuerInnen der Teilnehmer.

Neutralisiert mit ausgefahrenen Ellenbogen vom VorStart zur eigentlichen Startlinie und ab ging die Post. Post aus dem Grund weil ich die ersten Km voll am Hinterrad eines Teilnehmers im alten CH- Post- Outfit klebte. Zügig fuhren wir auf die erste Welle zu wo man auf das kleinere Kettenblatt wechseln musste. „Ratsch“ die Kette des „Pöstlers“ war hinüber und ich meinen Windschatten los. In der Zwischenzeit hatte der Nieselregen aufgehört, nass wurde man nur noch „von unten“. Rasch fand ich Unterschlupf in einer neuen Gruppe in der ich meinen Führungsarbeit meistens bergauf und bergab leistete. In den Flachstücken gab es in diesem Pulk definitiv bessere Fahrer. (Vielleicht waren sie auch nur jünger 😉 Ich weiss nicht woran es genau liegt aber in dieser Saison gelingt mir speziell in den Abfahrten fast alles. Ein Detail ist sicherlich mein Bike. Ich hatte noch keine agilere und zuverlässigere Maschine unter dem Hintern als mein Scott Spark! Perfekt getunt vom Rolf Egli, versehen mit Maxxis ASPEN (vom Profil her eher ein Trockenreifen) war ich selbst bei den widerlichen Bedingungen super unterwegs.2014-08-29 17.28.18

Beim Aufstieg von Lavin nach Guarda löste sich unsere Gruppe in Einzelfahrer auf. Irgendwie hatte ich am Anfang der Steigung eine schwächere Phase. Eigentlich fand ich bis Guarda keinen guten Rhythmus. Vermutlich hatte ich zu spät verpflegt denn in der folgenden kurzen Abfahrt bis zum nächsten Anstieg waren die Beine wieder da und auf der lästigen Traverse hinüber nach Ftan konnte ich, mit fünf Mann am Hinterrad, wieder voll fahren. Ich wollte unbedingt als erster unserer Gruppe in die Abfahrt hinunter nach Scuol einbiegen. Das gelang knapp weil ich total egoistisch bei der Einfahrt meine 1,84 gaaanz breit machte 😉 Denn in der Zwischenzeit hatte ich bemerkt dass die angepeilten 2:15 zwar nicht mehr drin lagen, aber es dennoch zu einer besseren Zeit als im Vorjahr reichen würde. Auf dem Wanderweg hinunter nach Scuol konnte ich mit Tempi zwischen 40-50 km/h den Abstand zur Gruppe ausbauen und erreichte das Ziel als 42. im Feld der +49 jährigen, in offiziellen 2:18:51. Ich bin zufrieden. Ein herzliches Dankeschön an die Organisation, die zahllosen Helfer und die tollen Zuschauer in den Dörfern Ardez – Guarda – Ftan und Scuol. Grazia fitg ed a revair

Rösti – Runde…

2014-08-24 15.54.33Wie verbringt man einen mehr oder weniger zumindest Wettermässig 2014 voll im Trend liegenden Sonntag? Richtig man schwingt sich aufs Bike oder schnürt die Laufschuhe je nach Vorliebe. Das aber erst nachdem man mindestens 99 dieser speziellen Spezies „Innerer Schw…d“ „knallhart“ (na ja) besiegt hat und einzelne Sonnenstrahlen Anlass zur Hoffnung geben. Also ab nach Grindelwald. Unterwegs wird Mann, zwecks warm fahren vor der Steigung, von Frau ausgeladen und strampelt los. Bloss der Garmin streikt in der Anfangsphase und will keine GPS- Satelliten finden. Nach ca. 5km hat er es doch noch geschnallt. (Tschüss Durchschnittswerte). Frau fährt weiter zur Gondelbahn und lässt sich von dieser auf 2‘248 m hieven. Schnürt die Laufschuhe und macht sich im dichten Nebel auf den langen Trail zur Keinen Scheidegg. Sonne? Fehlanzeige wie meistens in diesem Sommer. Währenddessen schwitzt sich Mann, ohne die Sonne auch nur eine Sekunde zu vermissen, von der anderen Seite, die zahlreichen Serpentinen via Brandegg und Arvengarten verfolgt und auf den letzten 300 m überholt, von einem „Local-Hero“, ebenfalls hoch auf diese Kleine Scheidegg. Resultat: Frau gewinnt mit über 10 Minuten Vorsprung und spendiert dafür die o.e. Rösti in der Röstizzeria Kleine Scheidegg 🙂 . Anschliessend nimmt Frau den Zug nach Grindelwald und Mann das Bike für den Downhill via Wengen nach Lauterbrunnen. Fazit: Es war ein toller Tag! 🙂

 

Kondition statt Carbon…

bixlogoÜber das Wetter des Sommers 2014 wurde bereits genug geschrieben und gelästert. Ich lasse es bleiben. Im Herbst 2013 habe ich mir ein „Winterbike“ zugelegt. Also ein Bike welches ich vor allem im Winter, zwecks Schonung des restlichen Materials, einsetzen wollte und auch eingesetzt habe. Kurzerhand habe ich mich für ein Bike der Marke BiXS entschieden. Meine (schnelle) Wahl ohne gross zu recherchieren fiel auf das Modell Core 500 „29“ Hardtail . Motto: Im Frühling wird das Ding für CHF…. verscherbelt….

Core 500BiXS Core 500: Rahmen aus dreifach konifizierten, hydrogeformten Aluminiumrohren und konischem Steuerrohr, ein XCR LO Air-Federgabel von Suntour kann blockiert werden. Schaltung Shimanos Alivio- Gruppe und ein Deore-Schaltwerk. Die hydraulische Bremsanlagestammt von Shimano mit einer 180mm-Bremsscheibe vorne und Schwalbe Bereifung. Insgesamt 12,5kg. Das alles für sagenhafte CHF 999.-!!

Ich habe mit diesem Bike im Winter ohne das geringste Problem, ohne jeglichen Service ca. 1‘200 km zurückgelegt. Eingesetzt habe ich das Core zudem nur bei misslichen Bedingungen, sprich Regen, Schnee und Matsch. Zurück zum Sommer 2014. Auf Grund der Wetterbedingungen habe ich mein BiXS Core reaktiviert. Ich gebe zu es war nicht mal geputzt und vom Winterschmutz befreit 😦 . In den vergangenen Wochen habe ich damit rund 1‘500 km zurückgelegt. Meistens im „Schiff“ oder zumindest im Schlamm. Mein Core hat das alles problemlos weggesteckt ohne jegliches Versagen irgendeiner Komponente. Lediglich die Bremsbeläge habe ich gewechselt. Sonst rein gar nichts! Keine Schaltung nach justiert, keine quietschende Bremsen usw. Einfach nix! Für mich ein sensationelles Preis-Leistungsverhältnis und ein Beispiel dafür, das sehr gutes nicht immer teuer sein muss. Selbstverständlich werden jetzt die „Hobby-Profs“ wieder melden WAS 12,5 kg ist ja Wahnsinn. Meine Antwort: Zuerst auf die Waage stehen und in den Spiegel schauen. Und wenn das alles passt siehe Titel…  (Zudem ist es herrlich den Unterschied zwischen 9 kg und fast 13 kg zu spüren 😉

PS: Jetzt, August 2014, hat mein Core 500 endlich einen Service verdient und verscherbelt wird es auch nicht versprochen!

Wenn die Grundlage fehlt…

SRMGemäss den „Fachleuten“ erleben wir Wettermässig einen der miserabelsten Sommer seit langer Zeit. (Der Juli 2007 war angeblich noch schlimmer). Für Outdoor Sportaktivitäten braucht es momentan manchmal Überwindung, einen flexiblen Terminkalender, ein verständnisvolles Umfeld, viel Waschmaschinen- Kapazität, genügend (trockenes) und passendes Material. Bis jetzt hatte ich viel Glück und konnte für meine Einheiten immer eine trockene Lücke finden und, bis auf eine Ausnahme, mein geplantes Programm ohne Einschränkungen durchziehen. Positiv ist auch dass unsere Region bislang von grösseren Schäden verschont geblieben ist. Einzig der Trail der Kander entlang steht wieder einmal unter Wasser. Heisst in der Praxis +50hm, oder eine andere Strecke wählen. Was auch nicht weiter schlimm ist. A pro pos Programm. Die Analyse meines Abstechers in die Dolomiten hat mir aufgezeigt dass meine Grundlage nicht genügend ist. In der Praxis sieht das so aus dass ich bergauf nur etwa eine Stunde meine angestrebte (messbare) Leistung bringen kann. Es fehlt an der Basis. Da nützen die, im Vergleich zum Vorjahr, deutlich höheren „Sprint“ Wattzahlen gar nichts. Fazit: Zuviel Training mit hohen Intensitäten, zu wenig im GA- Bereich. Gerade im Hinblick auf die anstehenden Events muss ich mich da verbessern. Aktuell fehlen mir etliche „Leistungs-%“ im GA-Bereich L . DIE Gelegenheit Rennrad-Km zu sammeln. (Ausgerechnet jetzt mitten im Sommer:-( Allenfalls auch mit nassen Schuhen. Zum Glück habe ich genügend Material, etwas Flexibilität und vor allem eine mehr als verständnisvolle Frau die wieder mit regelmässigem Lauftraining begonnen hat. 🙂

Gewichtiges….

SpaghettiRadfahrer und das Gewicht ist wohl eine „never ending Story“. Das Dilemma Essen macht Spass, sollte es zumindest, und Kalorien zählen definitiv nicht. Trotzdem, wer mehr „tankt“ als „verbrennt“ hat als Radfahrer früher oder später ein Problem. Ganz bestimmt bei der nächsten mehrprozentigen Steigung. Dieser Kampf um Kilos kann manchmal frustrierend sein. Ist bei mir auch so. Wenn es nicht Einladungen Feiern, Partys, Familienfeste oder Geschäftsapéros- Essen sind, so erwischt es mich an Feiertagen oder vor allem beim einkaufen im Supermarkt. Überall gibt es feines zum Essen, dutzende von Köstlichkeiten, einladende Buffets –  natürlich auch reichlich Süssigkeiten Backwaren und Alkohol. Wie soll man da auf die Dauer widerstehen. Geht (leider) nicht immer.

Gute Strategien, um die «Fettfallen» bei solchen Gelegenheiten zu umgehen sind gefragt. Sicher hilft ausgedehntes und regelmässiges Training. Wenn ich dazu meine Nahrungszufuhr strikt kontrolliere sprich notiere (Passende Tools/Apps gibt es zuhauf) klappt es eigentlich immer. Bei mir schärft dieses aufschreiben/eintragen unweigerlich das Bewusstsein rund um die Nahrungsaufnahme. Die Tabellen sind so unerbittlich dass es mir leicht fällt einen Kuchen allein deswegen stehen zu lassen um nicht noch 30 Minuten länger im Regen unterwegs zu sein. Anders rum für einen Teller Pommes eine Stunde biken…

Ich mag auch gerne mal ein paar Chips oder Apérogebäck. Blöd ist, mal damit angefangen gibt es kein halten bis die Tüte leer ist. Also am besten keine im Haus. Auch gönne ich mir ab und zu, 1x pro Woche, gerne ein Glas Wein meistens bleibe ich aber bei Wasser. Ganz besonders nach den Trainings. Ich muss immer schmunzeln wenn ich entsprechende Bilder oder Theorien um rund um das „Sportlergetränk“ Bier höre oder lese. Ganz einfache Rechnung: 100ml Hefeweizen alkoholfrei enthalten 50 Kalorien. Mein Kalorienbedarf bei einem Bürotag liegt bei ca. 1‘600 Kalorien. Noch Fragen…

Gesundes Essen ist ganz einfach. Oder auch nicht. Es ist nun mal so dass das zubereiten, inklusive Beschaffung von gesundem Essen Zeit „kostet“. Gemüse oder Salate müssen vor und zubereitet werden, Fisch und Fleisch genau so, und wenn es dazu noch einen frischen Fruchtsalat geben sollte wird es für den Hobbysportler nebst Job und sozialem Leben ab und zu eng aber es macht auch Spass. Zum Glück darf ich den Kochlöffel ab und zu an meinen Schatz weiter geben 🙂

Mein Rezept: Immer wieder mal  Genuss- Tage ohne Kalorien zählen einschalten und mir das eine oder andere gönnen was ich sonst bleiben lasse. (z.B. Pizzeria Paparazzi 😉 Für mich ist es auch hilfreich wenn ich die Esserei mit meinem Terminplan abstimme. Gibt es Termine wo ein Essen mit eingeplant ist trete ich vorher etwas kürzer, lasse das Frühstück weitgehend weg oder ersetze es mit Früchten. Den Apéro weg lassen oder einfach nur Wasser nehmen, nimmt einem heutzutage niemand mehr übel, und den Wein vorwiegend zum Anstossen. Getrunken wird Wasser. Statt Dessert einen Espresso und schon hat man an Kalorien gespart ohne sich wirklich weh zu tun.  Was habe ich am Anfang geschrieben: eine „never ending Story“ 🙂