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Dopingexperten…


Ich staune immer wieder über die unzähligen Dopingexperten und Kenner der Radsportszene. Besonders in unserem nördlichen Nachbarland lässt man keine Möglichkeit aus den Radsport zu verunglimpfen. Was ich da manchmal, verfasst von Fernsehathleten und Möchtegern- Radsportkennern,  lese oder von deutschen Kommentatoren zu hören bekomme ist schlichtweg peinlich, emotional ohne das nötige Fachwissen und oft mehr als fraglich.

Der Radsport ist nicht sauber! Genau so wenig wie Fussball, Biathlon, Eisschnellaufen etc. etc. Aber der Radsport arbeitet an dem Problem und zwar so intensiv wie es zurzeit möglich ist. Auch wenn man das, insbesondere in Deutschland angeführt von dem hier zitierten Werner Franke, nicht wahrhaben will. (Notabene dem Herrn Werner Franke, der sich, u.a. vehement für die Verteidigung der Zahnpasta-Räubergeschichte von Dieter Baumann hat einspannen lassen).

Facts ist: Keine andere Sportart kümmert sich so intensiv um das Thema Doping wie der Radsport! Die WADA hat die Tour 2010 überwacht wie noch keine Sportveranstaltung zuvor. (Die Resultate sind teilweise noch nicht bekannt). Die Wissenschaftler Ross Tucker und Jonathan Dugas haben z.B. die Etappe auf den Tourmalet akribisch verfolgt und untersucht. Sie stützten sich dabei nicht auf die Zeiten sondern auf die der Leistungsmessgeräte (SRM) welche praktisch alle Profis heutzutage einsetzen. Der Wert um den sich alles dreht sind die geleisteten Watt pro Kg Körpergewicht. Zu den EPO- Glanzeiten kamen die Spitzenfahrer, u.a. auch Lance Armstrong auf Werte von über 6,2. Armstrong, zusammen mit dem berüchtigten Dottore Ferrari, hatte diesen Wert bis auf 6,7 hochgeschraubt. (Kann man in seinen Büchern nachlesen). Die beiden Wissenschaftler kamen zum Ergebnis dass Schleck und Contador, 2010, maximal mit einem Wert von 5,9 unterwegs waren. Durchschnittlich wurde an den Steigungen 5-10% weniger schnell gefahren als in den späten 90er und den meisten „Nullerjahren“. Wenn Fahrer mit den ok. Wert von 6,7 unterwegs gewesen wäre, hätten die den beiden bis auf den Tourmalet ca. 3 Minuten abgenommen. Fazit: Im Radsport tut sich in Sachen Dopingbekämpfung einiges oder Contador und Schleck sind „Flaschen“.

  1. Gina #

    @Ralph: Wie verhält es sich denn?

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    30. Juli 2010
  2. Hm. Wie lange glaubst du einem Profi-Radsportler, dass er seinen Sieg ehrlich errungen hat? Bis ihm das Gegenteil bewiesen werden konnte? Zugegeben: bei Jan Ullrich wollte ich es erst auch nicht glauben.
    Nee, tut mir leid, das ist nur noch zum Kotzen. Diese Geschäftemacher (egal ob Fahrer, Ärzte oder Sponsoren) machen unseren schönen Sport kaputt. Und die Radsportverbände lassen nach kurzer Reue und einer gewissen Pause jeden wieder starten. Ich mag nicht mehr hinsehen.

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    29. Juli 2010
    • Ja denn ich lebe in einem demokratischen Rechtsstaat. Warum sollen für Profi-Radsportler andere Rechte gelten als für Dich und mich? Art. 11 Abs. 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen: „Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist solange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.“

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      29. Juli 2010
      • Eine interessante Interpretation. Wenn man das fortführen würde dürften Polizei und Staatsanwaltschaft nicht gegen mutmaßliche Straftäter ermitteln, weil sie nach dieser Lesart nicht an deren Unschuld zweifeln dürften. Dieses Recht ist doch ein Recht, das der Bürger gegenüber dem Staat (in diesem Fall dem Gericht) hat. Es verbietet mir oder dir doch nicht, an der Unschuld eines Menschen zu zweifeln.
        Ein Blick auf die Liste der TdF-Sieger zwischen 1996 und 2006 reicht mir schon: alle fünf Radsportler wurden des Dopings überführt. Wenn das keine Werbung für unseren Sport ist…

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        12. August 2010
  3. Jaja, diese „selbsternannten Experten“ gehen mir auch auf den Sack!! Teilweise sitzen Sie sogar in meinem Bekanntenkreis und nicht nur im Fernsehen! Aber ich habe es aufgegeben mir das anzuhören und den Leuten zu erklären wie es sich verhält.

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    26. Juli 2010

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