Zum Glück…

polysport…kann ich immer noch über mich lachen. Am vergangenen Samstag habe ich meinen ersten Renntermin 2013 auf zwei Rädern absolviert. Und zwar bei den Seelandclassic’s dem einem der ältesten  Elite und Volksradsrennen der Schweiz. Dieses Rennen gab es schon da waren Mountainbikes noch nicht „erfunden“. Beim Eliterennen bestritt das CH- Profi- Team IAM-Cycling praktisch ein Mannschaftsrennen und bei den Hobbyfahrern stand ein gewisser Fabian Cancellara nicht nur in der Festwirtschaft den Fans zur Verfügung, nein er fuhr sogar selber mit und liess sich schlagen 😉  Ich war auch da, aber wie. Zuerst absolvierte ich, nach dem schnellen einpacken von Bekleidung und Rad, den ganzen Vormittag einen geschäftlichen Termin, um dann 2 Stunden vor dem Start Richtung Lyss (Startort) zu fahren. (Rad und Ausrüstung waren beim Termin mit im Auto). 65 Minuten vor dem Start holte ich meine Start-Nummer und Unterlagen ab, dann umziehen im Regen auf dem Parkplatz, die Garderoben waren zu weit weg. Beim umziehen feststellen dass Knielinge und Schuhüberzüge zu Hause im Regal liegen. Ok. dann kurz, kurz mit Ärmlingen plus dem neuen Scott- Regenschutz der ja auch mal getestet werden sollte. Ach ja Handschuhe, wo waren bloss die Handschuhe? Genau auch zu Hause im Regal. Egal, Mit nervösen und klammen Fingern schnell noch die Startnummer ans Trikot geheftet, vorausgehend eine mittlere Suchaktion nach den Sicherheitsnadeln. Dann schnell das Vorderrad am Trainingsrad montiert und ab zum Start. Trainingsrad aus dem Grund weil mir DAS Rennrad für dieses fiese Wetter zu schade war. Einfahren? Ausgeschlossen die Strecke war komplett gesperrt, das Eliterennen war noch im Gang, alle umliegenden Strassen und Wege verstopft und voll mit Zuschauern, Radfahrern, Kinderwagen, Bratwurst und Bierständen auch egal die 10 Minuten bis zum Start kann ich auch ohne einfahren überstehen. Ach ja danke an den Herrn von der Firma Trek der sich meiner erbarmte und den Luftdruck in den Reifen wettkampftauglich pumpte. Noch drei Minuten bis zum Start… kein Problem ausser, da war ja noch dieser Sch… Regenschutz! Wo soll ich bloss hin damit? Wegwerfen? Geht nicht. ninagelneu, sündhaft teuer und wie soll ich das der Firma Scott beibringen. Noch zwei Minuten… Ausgezogen  und kurzerhand unters Trikot gestopft drei zwei eins… und los ging’s. Mit einer Riesenwampe, sprich Regenschutz irgendwo im Mittelfeld, ging es heftig wie immer los. Aber ich kam im gut weg, gut über die Steigung und auf dem Plateau oben beim Frienisberg habe ich solange gedrückt bis die Gruppe auseinanderflog. Die Spitze war da aber schon über zwei Minuten weg. In der Abfahrt, kurvig, nass und dunkel da komplett im Wald, liess ich zuviel Vorsicht walten und wurde von der Gruppe abgehängt. Auf den letzten 7 Kilometern konnte ich diese wieder ein und gleich überholen, plus ein weiteres dutzend Nachzügler der Spitzengruppe. Fazit: Hat Spass gemacht und die 12,7 Sekunden Rückstand auf den dritten meiner Altersklasse tun auch nicht wirklich weh. Zudem war ich der schnellste mit Regenschutz ;). Nach dem Rennen, zurück zum Auto, trockene Kleidung, Abfahrt nach Hause, der Lieblingsgattin kurz erklären dass man noch bei einem Radrennen war, (wurde Kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen), umziehen und nach 30 Minuten bereits wieder zum nächsten (privaten) Termin unterwegs. Was man alles an einem Tag erledigen kann…

 

Kategorien…

RollatorIrgendwie ist es noch nicht in der Schweiz angekommen, dass es durchaus Personen gibt die auch nach dem 45. Lebensjahr Radsport gerne Wettkampfmässig betreiben. Bei praktisch alle Rennen, oder Renn- Serien, z.B. die IXS- MTB-Marathon Serie www.ixsclassic.ch/ , werden Alterkategorien bis maximal 40- oder 45 Jahre angeboten. Sprich: alle über 40-45  Jährigen werden in ein und derselben Kategorie klassiert. Für mich heisst das in der Praxis, dass ich mich meistens mit 15- 20 Jahre jüngeren Cracks messen darf. An sich kein Problem, aber genau diese Tatsache hält viele meiner Alterskollegen von einer Teilnahme an solchen Veranstaltungen ab. Ich habe Verständnis dass Veranstalter keine übermässige Kategorienflut wollen. Aber auf diese 2, respektive mit den Damen 4, Kategorien könnte man durchaus leben. Zumal wir in unserer Altersklasse keine Preise oder Medaillen beanspruchen, und in der Regel am Veranstaltungsort ganz gute Gäste sind! Lediglich eine faire Rangierung 50+ und 60+. An der Auswertung und Anmeldung/Administration kann es im Zeitalter von elektronischer Datenerfassung plus Auswertung, z.B. www.datasport.ch kaum liegen. Zumal das im Ausland, Italien, Öesterreich etc. bei ähnlichen Veranstaltungen problemlos möglich ist.Auch bei Laufveranstaltungen geht das problemlos. So etwa beim GP von Bern wo man sogar die Kategorien 40,45,50,55 usw. bis 75 führt!

Wie wäre es wenn Swiss-Cycling da eine Führungsrolle übernehmen würde. Unsere Beiträge, also die der älteren Herren, egal ob Sponsoren- Donatoren und Gönnerbeiträge sind jedenfalls herzlich willkommen!

 

„Merci viu mau“… (oder einmal Himalaya und zurück)

2013-02-03 16.02.53…heisst übersetzt Danke vielmals und ist typisch Berndeutsche Mundart. Nein, für mich ist es etwas mehr. Danke’s sage ich jeden Tag im Dutzend und plus minus bei jeder sich anbietenden Gelegenheit. (Irgendwann genoss man ja so etwas wie Erziehung) Ein „Merci viu mau“ kommt, zumindest bei mir, immer dann wenn ich mich ausserordentlich freue oder mich irgendwas besonders berührt. Das ist nicht selten, aber bestimmt weniger als die üblichen „Dankes“ im Laufe eines Tages.

Gestern war ein „Merci viu mau“ fällig, als ich, verpackt in eine Email, den nachfolgenden Erlebnisbericht von Daniel Simon zugestellt bekam. Zu Daniel kann ich nur sagen: Ein Mann wie ein Fels, witzig, humorvoll, interessiert, geerdet und steht mit beiden Füssen, wenn er nicht gerade Schneeschuhlaufen muss ;-), fest auf dem Boden, respektive im Leben. Danke Daniel!

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Einmal Himalaya und zurück

Ein Erlebnisbericht von Daniel Simon                                     Thun, 4. Februar 2013

Hallo werte Leserschaft

Twitter[1] ist ein Online- Social-Networking- und Microblogging- Dienst. Dieses Portal nutze ich seit gut zwei Jahren. Hier lernte ich unter anderem Erich kennen.

Es muss im Dezember 12 gewesen sein, als mich Erich spontan zu einer Schneeschuhwanderung einlud. In seiner E-Mail sind mir zwei Aussagen sofort ins Auge gestochen:

  1. 1.     „Es gibt keinen besseren Grund als die Freude es zu tun…“
  2. 2.     „Du wirst gefordert aber NICHT überfordert. Der Genuss steht an erster Stelle.“

Als ich diese Zeilen so lass, entwischte mir ein lautes „HA!“ – wenn der wüsste. Ich und Sport. Erstens: ich mag den Winter nicht sonderlich. Geschweige denn Wintersport. Zweitens: Kommt hinzu, dass wir uns noch gar nie begegnet sind. D.h. Erich wusste weder, wie es um meine körperliche Fitness[2] stand, noch dass ich das eine oder andere Kilo zu viel auf den Hüften trage.

Ich entschied, eine Nacht darüber zu schlafen. In Gedanken versuchte ich schon eine nette Absage zu verfassen. Ich muss jedoch gestehen, dass mir die zwei Mottos einfach nicht aus dem Kopf entschwinden wollen. So sagte ich diesem Unterfangen zu ohne zu wissen, was mich denn erwartet. „Mit einem fremden Mann in der Wildnis im Schnee herumzulaufen, tsts…geits de no?“

Schneeschuhlaufen – die gesamte Ausrüstung für die Tour würde mir Erich zur Verfügung stellen. Das ist ein toller Service, aber ich habe ja gar keine richtigen Schuhe und Hosen für ein solches Abenteuer. Also besorgte ich mir geeignete Utensilien.

Am Samstag, 26. Januar 13 trafen wir uns um 09:00 Uhr am Bahnhof Spiez. Leicht nervös harrte ich der Dinge die da kommen sollten. Nachdem wir uns freundlich begrüsst hatten, ging es los Richtung Interlaken. Das Ziel war die Lombachalp. Bei der Abfahrt in Spiez zeigte das Thermometer minus 11 Grad an.

Nach einer gemütlichen Fahrt erreichten wir problemlos das Ziel. Bei der Hinfahrt wurde mir sofort klar, der Erich weiss von was er spricht und was er sagt, hat Hand und Fuss. Wäre ich auf Facebook aktiv, würde ich hier ein „gefällt mir“ klicken. Die enge und kurvige Fahrt meisterte der Subaru ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Ohne Ketten oder 4×4 ist die Fahrt auf die Lombachalp nämlich verboten.

Beim Parkplatz angekommen, war die Aussicht schon atemberaubend. Doch bevor wir uns auf die Tour begaben, stärkten wir uns bei einer warmen Tasse Kaffee im schlichten, aber liebevoll ausgestatteten Bergrestaurant.

Mit leicht erhöhtem Puls (ich) vor lauter Aufregung, starteten wir in voller Montur die Tour. Zu Beginn war es gar nicht so einfach, mit den „Dingern“ an den Füssen zu laufen. Mit der Zeit jedoch vergass ich, dass ich professionelle Hilfsmittel an den Schuhen hatte.

Schritt um Schritt marschierten wir gemütlich den Hang hinauf. Vor uns 200 Höhenmeter die Bezwungen werden wollten. Leise fragte ich mich, wie denn eine solche Anstrengung Spass machen kann…item, ich liess mir nichts anmerken. Schon bald aber genoss ich die Ruhe und das meditative Knarren des Schnees unter unseren Füssen. Einzig die Kampfjets am Himmel wegen dem WEF in Davos störten die schon fast himmlische Ruhe.

Es war herrlich, atemberaubend und umwerfend als wir oben auf meinem privaten Himalaya angekommen sind. Die Aussicht auf die Berner-Alpen, den Thunersee und im Hintergrund der Niesen – einfach unbeschreiblich schön. Keine Wolke am Himmel, weit und breit kein Mensch zu sehen. Einmalig.

Die Anstrengung für mich als „Bürolisten“ hat sich gelohnt. Erich verstand es, das für mich geeignete und gleichmässige Tempo anzuschlagen. Dass er Sportcoach und Trainer von Profisportlern war erfuhr ich erst später wieder im Restaurant. Aber die Art und Weise wie er es verstand, mich zu motivieren und anzuleiten, beeindruckten mich schon seit dem Erhalt seines E-Mails. Nach einer gemütlichen Pause mit bezaubernder Aussicht auf die Bergwelt, nahmen wir den Abstieg unter die Füsse. Die Sonne erwärmte nun spürbar die Luft und den Schnee, die uns umgab.

Die ganze Tour dauerte ca. 240 Minuten. Wieder am Parkplatz angekommen empfand ich es als schade, dass diese Tour schon zu Ende war. Die Zeit ohne Natel und Uhr am Handgelenk habe ich sehr genossen. Ich hätte und das ist kein Witz, noch gut und gerne weiter marschieren können.

Zum Erstaunen fühlte ich mich nach einer solchen Tour erholt und glücklich. Nach anfänglicher Skepsis bin ich sehr froh und ein wenig stolz, dieses kleine Abenteuer mit Total 400 bezwungener Höhenmeter eingegangen zu sein. Übrigens, nicht mal Muskelkater hatte ich am nächsten Tag. Ein gutes Zeichen, um weiterzumachen. Diesen Bericht möchte ich mit den Worten von Erich beenden:  „Es gibt keinen besseren Grund als die Freude es zu tun…“ …wie Recht er doch hat.

Der Autor ist zweifacher Familienvater, YB Fan und Diabetiker (Typ 2), von Beruf Pfarrer und einer grossen Lust am Leben. Follow me on Twitter: @drPfarrer


[2] Seit 2012 begeisterter Viel-Flyerfahrer.

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2012 und nun 2013…

KalenderSchon wieder ist ein Jahr Geschichte. 2012 war für mich, aus sportlicher Sicht (Darum geht es in diesem Blog) ein durchschnittliches Jahr. Es gab gute, sehr gute und normale Tage. Es gab zum Glück keine ganz schlechten Tage. Grössere oder kleinere Blessuren, alle selber verschuldet, behinderten mich immer wieder. Trotz allem, im Vergleich zum 2011 habe ich ein Minus von ca. 5% bei der Zeit und denn zurückgelegten km,  war es ein gutes Sportjahr. Damit ist das Thema 2012 für mich eigentlich bereits erledigt und ich schaue vorwärts ins 2013. Der erste Saisonhöhepunkt wird bestimmt die Four Peaks Tour 2013! Ich freue mich riesig auf dieses Etappenrennen. Ganz besonders freue ich mich auch auf die Entwicklung unseres Polysport-Teams. Bin gespannt wohin diese „Reise“ führt.

Ich möchte an dieser Stelle bei meinen LeserInnen recht herzlich bedanken. Euch allen einen guten Rutsch in ein erfolgreiches, gesundes und glückliches 2013 !! Vielen Dank auch für die zahlreichen Glückwünsche zu meinem Geburtstag!

Viamala…

Ich war laufen. Die Herausforderung Transviamala hatte ich schon einige Zeit auf „dem Radar“ Gestern war es soweit und ich machte mich auf den 16km langen und beschwerlichen Weg von Thusis nach Donat. Beim Dauernden auf und ab kommen ca. 1000hm zusammen. Was einem zusätzlich zu schaffen macht ist das schwierige „Geläuf“. Steine, Treppen, Wurzeln,nasser rutschiger Weg oder gleich alles zusammen verlangen nebst Ausdauer auch viel Koordination und Reaktion. Nomen est Omen, Viamala heisst übersetzt: „schlechter Weg“ Ich habe es, trotz einem Durchschnittspuls von 152, genossen auch wenn ich die letzten drei km richtig leiden musste. Landschaftlich ist diese Region herrlich. Schroffe Berge, sanfte Wiesen und Hänge, bunte Wälder und kleine Dörfer die ihren Charakter behalten haben. Ein optischer Genuss.

Überrascht bin ich wie schnell und wie gut ich mich erholt habe. Das absolut sauber ohne unerlaubte Mitteln, heisse ja nicht Armstrong!! 😉 , Kein Muskelkater keine Schmerzen in den Knien rein gar nichts. Die Laufschuhe von Lunge waren perfekt. Sicher hat es auch damit zu tun, dass ich bei der Rückkehr nach Hause einmal mehr in den Genuss von hervorragend zubereiteter Pasta gekommen bin. Daniela hat ihren Status, beste Pastaköchin des Planeten, souverän verteidigt. Rezept- Anfragen sind zwecklos denn es gibt keine. So etwas hat man, respektive Frau, „im Gefühl“ da braucht es keine Rezepte. Und ob! 🙂