Blog-Archive

Arbeit oder Training?

Oder die Frage: Ersetzt körperlich Arbeit sportliches Training? Aus meiner Sicht ein klares Nein- Aber….
Meine Erfahrung: Körperliche Arbeit ersetzt zwar kein zielgerichtetes körperliches Training, ist aber eine (sehr) gute und sinnvolle Ergänzung . Mit körperlicher Arbeit meine ich jetzt nicht unbedingt Staubsaugern, den Boden aufwischen oder Fenster putzen. Obwohl solche Tätigkeiten nicht unterschätzt werden sollten. Frage einfach mal Deine(n) PartnerIn oder noch besser mach es einfach mal 😉 Gerade Senioren haben die Tendenz sich (zu) oft mal zurücklehnen um zu geniessen etc. Das sei Ihnen auch gegönnt und sie sollen all das tun was ihnen Spass macht! Einfach nie in meiner Gegenwart über körperliche Gebrechen jammern die man sich beim aktiven nichts tun zugezogen hat 😉 Lies den Rest dieses Beitrags

65 und mehr…

Winter-black-and-white-2_Chris-CatchpoleAlle Jahre immer wieder und immer um dieses Jahreszeit… sehe ich die „sportlichen Vorsätze“, oft schnaufend mit rotem Kopf aber voller Freude, Enthusiasmus und Elan. Das ist gut so und ich hoffe viele auch noch im Frühling anzutreffen. Was mir (positiv) auffällt ist dass sich zunehmend auch reifere Jahrgänge wieder mehr Bewegung gönnen. Vielfach sind es Wiedereinsteiger und „Wiederholungstäter“. Selbstverständlich liegt mir diese, meine, Altersgruppe besonders am Herzen. Das bisher milde Winterwetter hat auch dafür gesorgt dass auch Outdoorsport kein Problem war. Ich habe rund um den Thunersee in der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr noch nie so viele Rennradfahrer angetroffen wie 2015. Und genau da ist es mir aufgefallen dass meine Altersgruppe sehr gut vertreten war. Genial! Etliche davon waren auch Neu oder Quereinsteiger. Kein Problem denn Ausdauersport ist keine Geheimwissenschaft. Man kann auch mit 50 oder 60+ mit diesem Sport beginnen. Der Körper ist auch im Alter noch gut trainierbar, wobei der Vorsprung, den sich kontinuierlich trainierende Ausdauersportler erarbeitet haben, uneinholbar ist. Aber das ist ein Relativitätsproblem. Der persönliche Nutzen ist in jedem Fall gegeben und eine „Verjüngung“ um 20 Jahre ist, was die Leistung angeht, möglich. Aus medizinischer Sicht gibt es keine Altersgrenze für Ausdauersport. Wenn man spät mit dem Sport beginnt sollte man sich nach Trainingspartner ähnlichen Niveaus umschauen. Senioren, die mit Youngstern fahren oder laufen, haben schnell das Problem dass sie sich oft zu sehr verausgaben müssen um mit der Gruppe mitzukommen. Besser ist es deshalb, zunächst mit gleichstarken Sportlern ein Grundniveau zu erarbeiten und ein Körpergefühl für die Belastung zu entwickeln. Darauf lässt sich dann weiter aufbauen. Man muss dabei akzeptieren, dass man als 65jähriger nicht mit einem gut trainierten 20jährigen mithalten kann. Mission impossible. Finde ich persönlich nicht schlimm. Wenn ich in der Gruppe fahren und das Tempo angezogen wird, muss ich schnell entscheiden, wo ich fahre, denn gegen die jungen Cracks habe ich keine Chance. Ich messe mich dafür mit gleichaltrigen und betreibe den Radsport sogar seriöser als in jungen Jahren – bewusster, mit mehr Plan. Jede Saison entdecke ich neue Reize, denen ich im Ruhestand gut nachgehen kann.“ Zum bewussten Training gehört bei mir auch Ausgleichssport wie Krafttraining etc. für den Rumpf sowie Übungen, die die Beweglichkeit verbessern. Radfahren ist zwar sehr gesund, aber auch ziemlich einseitig. Gerade Senioren sollten daher gezielt Kraft trainieren.

Ausblick: Die Uhr lässt sich nicht zurückstellen. Auch nicht durch Ausdauersport. Aber man kann ein ausgezeichnetes Fitnessniveau auch im Alter erreichen und lange stabilisieren und so an Lebensqualität gewinnen. Ein trainierter Ausdauersportler von 60 oder 70 Jahren relativiert den Begriff alt sehr. Die Schere zwischen fit und nicht fit öffnet sich im Alter immens schnell. Mediziner, so viel ist klar, würden ihren Patienten am liebsten ein Rennrad verschreiben. Für die Volksgesundheit wäre das ein Riesenschritt nach vorne. Nur auf den Straßen könnte es dann etwas voll werden 🙂 🙂

Fitness ist nicht nur Hobby…

thumb_COLOURBOX3960115Ich wurde in den vergangenen Tagen mehrmals auf mein Alter angesprochen. Ob es mir gefällt oder nicht, es ist Tatsache ich werde dieses Jahr 65. Für mich kein Problem es ist einfach eine Zahl und nicht mehr. Es gab bereits vor 40 Jahren Tage wo ich mich 65 fühlte und umgekehrt kann ich mich noch heute freuen und fühlen wie ein Kind. Gefreut haben mich weniger die Bemerkungen, meistens eh nur bla bla, sondern „die Physischen Reaktionen“ derer, die mich auf mein Alter angesprochen haben. Das Stirne Runzeln, die verwunderten Blicke gefolgt von einem anerkennende mustern meiner Person, amüsiert und freut mich jedes mal. Selbstverständlich werde ich immer auf meine sportlichen Aktivitäten, Resultate, angesprochen, was ich denn so als nächstes plane usw. Was auch nie fehlt, präventiv ohne von mir darauf angesprochen zu werden, sind Erklärungen und Gründe warum oder wieso dass sie gerade keine Zeit haben sich zu bewegen. Immerhin, bei allen steht es auf dem Plan meistens verbunden mit irgendeinem Anlass oder Termin. Sehr beliebt: In den Ferien…

Früher ärgerte ich mich über diese Worthülsen. Heute versuche ich, leider oft erfolglos, zu motivieren, zu helfen, zu orientieren, den einen oder anderen Ratschlag zu erteilen. Feedback ist dann meistens das übliche: Zeitmangel, Job, Familie, fehlende Möglichkeiten oder Ausrüstung, andere Hobbys…

Hobbys? Fitness ist kein Hobby! Jedes Jahr sterben in der Schweiz rund 1‘100 Menschen wegen Bewegungsmangel. Weitere 320‘000 erkranken aus diesem Grund. Das ist nur die Spitze des Eisberges denn als Inaktive Erwachsene werden nach einer Studie des BAG (Bundesamte für Gesundheit) Menschen bezeichnet die sich weniger als 2 ½ Stunden mässig bewegen. (Spazieren, gehen, kurze Treppen steigen etc.). Die Gefahren für diese Menschen: Herz-Kreislauferkrankungen, Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Depressionen, Rückenleiden Osteoporose bis hin zu Krebserkrankungen. Die Kosten lagen bereits im 2011 bei über 1 Milliarde Schweizer Franken. Speziell hoch ist der Anteil meiner Altersgruppe, sprich Ü601.

Mein erster Gedanke: Ausgerechnet DIE, respektive WIR. Leute es kann doch nicht sein dass ausgerechnet die Bevölkerungsgruppe, die grösstenteils in Ihrem Alltag mehr Zeit und auch über mehr finanzielle Ressourcen verfügt, unser eh schon stark belastetes Gesundheitswesen, nur weil sie zu bequem sind und den Hintern nicht hoch bekommen, noch mehr belasten.

Liebe (Haus) Ärzte: Verschreibt Euren Kunden bitte mehr Bewegung statt Bluthochdruck- oder Cholesterin Medikamente. Meldet Euch beim Projekt „PAPRICA“ (Physical Activity Promotion in Primary Care) an und bringt uns Ü60er endlich auf Trab! (Das im wahrsten Sinne des Wortes). Euch geht es auch ohne Pharma-Provisionen ganz gut 😉

Liebe Behörden: Bitte erhöht den Abzug steuerlich absetzbarer km für die, die mit dem Velo zur Arbeit fahren doch einfach auf mindestens CHF 1‘500.-/Jahr.

Liebe Gemeinden: Unterstützt Aktivitäten und Organisationen die Programme für mehr Bewegung und Sportliche Aktivitäten anbieten. „Zügelt“ Eure Abwarte und bringt den Jungs bei, dass Turnhallen und Sportstätten zum Nutzen gebaut wurden und nicht als Prestigeobjekte zum Putzen oder Wochenlangem Verschluss wegen Ferien!

Liebe Ü60er: Auf geht’s erheben wir uns aus dem Sessel, laufen die Treppe runter bis zur 2. Busstation, steigen dafür eine früher aus und treffen uns zum gemütlichen Spaziergang unten am See, im Park, beim Waldrand  und oder… Entrostet Eure Velo’s und lernt endlich Eure Umgebung kennen…

Es gäbe noch dutzende andere Themen wie Ernährung, Mental oder das leidige Thema Wellness. Wellness ist der engl. Ausdruck für Wohlbefinden. Irgendwo inaktiv im **** Sterne Hotel herumliegen, sich massieren, pudern und einölen lassen hat nur bedingt mit Wellness zu tun. Das angestrebte „Wohlbefinden“ stellt sich erst im Zusammenhang mit Bewegung wirklich ein. Probiert es mal aus.

Auch wenn sich die Bewegungsfreudigkeit von uns Senioren in den vergangenen Jahren deutlich verbessert hat, wir müssen ihn vermehrt austricksen und regelmässig in den Hintern treten diesen inneren… Sie wisse was ich meine: wer will findet Wege wer nicht will findet Gründe

%d Bloggern gefällt das: